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- 06. Mai 2009 2 Min.
Am Samstag um 14 Uhr lädt die Facebook-Gruppe "Queere Berliner" zu einer Protestaktion vor der Eisdiele "Dolce Freddo" ein, deren Wirt mehrfach schwule und lesbische Gäste beschimpft und beleidigt hat. Unterdessen häufen sich die Vorwürfe gegen den homophoben Italiener mitten im Schwulenkiez am Nollendorfplatz: Er soll sogar handgreiflich geworden sein.
"Knutschen bis der Wirt kommt", heißt es in dem Facebook-Aufruf zur Protestaktion am 9. Mai von 14 bis 15 Uhr vor der Eisdiele in der Maaßenstraße 6. Über 125 User haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Die homophoben Ausfälle des "Dolce Freddo"-Wirts hatte der Berliner "Tagesspiegel" am Dienstag öffentlich gemacht: Am vergangenen Sonntag warf der Eisdielen-Chef ein lesbisches Paar aus seinem Vorgarten, nur weil es sich geküsst hatte (queer.de berichtete).
Dem Aufruf zum Kiss-Inn haben sich am Mittwoch auch Bündnis 90/Die Grünen angeschlossen. "Wir fordern Lesben, Schwule und heterosexuelle Berliner auf, dem Wirt demonstrativ zu zeigen, dass sie sich das Küssen von niemandem verbieten lassen", sagte der Abgeordnete Thomas Birk.
Gestern wurden unterdessen neue Vorwürfe gegen den Eisdielenwirt erhoben, über den auch beim schwulen Anti-Gewalt-Projekt "Maneo" bereits mehrere Beschwerden eingingen. Ein 22-jähriger Schwuler gab an, am 25. April vom "Dolce Freddo"-Pächter körperlich angegriffen worden zu sein. Als er mit Freunden vor der Diele stand, sei er erst mit den Worten "schwule Sau" und "Verpisst euch!" beschimpft und dann geschubst worden. Der junge Mann erstattete Anzeige. Die Polizei bestätigte, dass ermittelt wird.
Bastian Finke von "Maneo" sowie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) haben sich wegen der diskriminierenden Beleidigungen des Eisdielen-Wirtes mit Briefen an den Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band (SPD), gewandt, um "gewerberechtliche Schritte prüfen zu lassen". Beide Organisationen verweisen auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), wogegen der Betreiber eines typischen Massengeschäftes mit seinem Verhalten verstoßen habe. "Die Geschädigten könnten somit auch zivilrechtlich gegen ihn vorgehen", erklärte Bastian Finke. (mize)
Links zum Thema:
» Facebook-Einladung zur Protestaktion
» Homepage des "Dolce Freddo"
Mehr zum Thema:
» Homofeind mitten im Schwulen-Kiez (05.05.09)















jetzt schlägt es aber große Wellen.
Sehr gut!!!