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- 06. Mai 2009 3 Min.
Der Reggae-Künstler Mavado tourt durch Europa. Seine homofeindlichen Texte wurden erst jetzt durch eine Absage in Zürich allgemein bekannt. Am 20. Mai soll er in Wuppertal auftreten.
Von Norbert Blech
"Battyboy must die, yeahyeahyeah, lesbian must die, yeahyeahyeah", so wünscht Mavado (zusammen mit Bounty Killer) "Schwuchteln" und Lesben in einem Liedtext den Tod (der Link führt zu einem Hörbeispiel; bitte Korrektur am Ende beachten). Der Sänger, 1981 als David Constantine Brooks in Jamaika geboren, tourt derzeit durch Europa: unter anderem in Paris, London und Amsterdam stehen seine Konzerte auf dem Plan. Und am 20. Mai soll er in Wuppertal auftreten.
Die Tour wurde bekannt durch eine Absage des Züricher Jugendzentrums Dynamo, das den Sänger wieder auslud. "Uns war die Homo-Problematik nicht bekannt, wir waren zu naiv", sagte Zentrumsleiter Dani Hilfiker dem Blatt "20 Minuten". Der Sänger sollte am 14. Mai auftreten, wenige Wochen vor Eröffnung des Europride. "20 Minuten" bat auch den "Szenekenner" MC Lukee Lava um seine Meinung: "Wenn ein deutscher Rapper 'du Schwuchtel' singt, passiert ja auch nichts." Die Homophobie in der Musik Jamaikas sei historisch bedingt, da seien Auftrittsverbote sinnlos. Zudem: Diese "grenzten an Rassismus" und brächten die Reggae-Fans gegen Lesben und Schwule auf.
Man kann allerdings unterstellen, dass die meisten Fans sich nicht unbedingt um die Texte kümmern, diese aufgrund des starken Slang-Einschlags vielleicht auch nicht verstehen. Laut Indymedia gibt es mindestens zwei weitere homofeindliche Songs des Sängers, sie sind auch bei Youtube verfügbar. Amazon vertreibt zwei Alben von Mavado, die betroffenen Songs sind auf ihnen nicht enthalten.
Der U-Club in Wuppertal hatte sich bereits in der Vergangenheit wenig um die Belange von Lesben und Schwulen gekümmert. 2004 protestierte der LSVD gegen den Sänger Buju Banton, der in seinen Songs dazu aufforderte, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten. Der Club ließ ihn singen; die Veranstalter argumentieren, dass Banton sich in aktuellen Interviews in Europa bemüht habe, "seine extrem schwulenfeindlichen Äußerungen als Jugendsünde darzustellen" (queer.de berichtete). Im letzten Dezember durfte dann der Sänger Capleton auftreten. Diesmal trafen Besucher auf einen Protest der örtlichen LGBT-Jugendgruppe (queer.de berichtete). Die "Bezaubernden Jeanies" domkumentierten das Aufeinandertreffen der Kulturen auch als Video.
Mit Dank an queer.de-Leser bananas
NACHTRAG UND KORREKTUR, 7. Mai 2009:
Der am Anfang beschriebene Songtext wird offenbar nicht von Mavado gesungen, wie auch ein Sprecher des U-Club betont; es ist unklar, ob es sich bei dem verlinkten (und bei Music World Entertainment als Single veröffentlichten) Song um einen unautorisierten Remix oder eine echte Zusammenarbeit handelt. Bei den beiden anderen von Indymedia und Stop Murder Music Bern erwähnten Songs handelt es sich um "Dem a fag" und "Tell Battyman Kartel", in denen der frühere Freund und Sänger Vybz Kartel andauernd als "Schwuchtel" bezeichnet wird; es handelt sich dabei allerdings um zwei Versionen eines Liedes. In der Vergangenheit wurden Konzerte von Mavado unter anderem in Guyana (aufgrund homophober Lyrics) und den Bahamas (Gewaltverherrlichung) verboten. In Zürich hat der Sänger einen neuen Auftrittsort gefunden. (nb)
Links zum Thema:
» Myspace-Seite des Sängers
» Homepage des U-Club
» Webseite der Jugendgruppe















video gut !!!
für weniger geübte teil 2
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