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https://queer.de/?10412
  • 13. Mai 2009 21 2 Min.

Beim Summerjam-Reggaefestival wird Anfang Juli, zeitgleich zum CSD, auch Buju Banton auftreten, der in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufruft.

Bereits 2007 traten mit Sizzla und Beenie Man zwei Hassänger beim Open-Air-Event am Fühlinger See auf (queer.de berichtete). Sie sind unter anderem für Textstellen wie "Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben" verantwortlich. Buju Banton, bürgerlich Mark Myrie, wirbt mit ähnlichen Reimen: So fordert er seine Zuhörer im Lied "Boom Bye Bye" auf, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten. Dieses und andere homofeindliche Songs hat er wiederholt aufgeführt, insbesondere in seinem Heimatland Jamaika. Dort fällt das Liedgut auf fruchtbaren Boden: So hat das Auswärtige Amt in Deutschland Anfang des Jahres eine Reisewarnung für schwule Touristen ausgesprochen, da in Jamaika immer wieder Homosexuelle von Lynchmobs ermordet werden (queer.de berichtete).

Der Lesben- und Schwulenverband will nun gegen den Auftritt des Hasssängers vorgehen: "Wir haben heute nach Rücksprache mit unseren Freunden von J-Flag in Jamaika den Kölner Staatsschutz auf den geplanten Auftritt hingewiesen und informiert, dass der Interpret den Song ‚Boom Bye Bye’ im Repertoire führt", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Wir meinen, auch der Veranstalter und der Betreiber des Summerjam in Köln machen sich strafbar, wenn solche Inhalte auf die Bühne gelangen." Die Veranstalter loben Banton auf ihrer Website, weil der Sänger "spirituelle und gesellschaftliche Zustände" thematisiere.

Der LSVD will auch gegen den Auftritt des Reggae-Sängers Mavado am 20. Mai in Wuppertal vorgehen (queer.de berichtete). Dieser ruft unter anderem dazu auf, schwule Männer mit einem Gewehr zu erschießen. "Auch bei diesem Titel scheint uns der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Volksverhetzung gegeben zu sein, sofern der besagte Song zur Aufführung gebracht wird", so Jetz. (dk)

-w-

#1 Summerjam Anonym
  • 13.05.2009, 16:56h
  • GEGENDARSTELLUNG zu der Veröffentlichung QUEER.DE vom 13.5.2009

    BUJU BANTON
    RASTA GOT SOUL

    Das neue Werk von Buju Banton sagt schon im Titel wo es 2009 hingeht.
    Buju ( Mark Anthony Myrie ) wandelte sich vom Jungkünstler mit offensiven Texten zu einem bekennenden Rastafari, der sich in seinen Liedern von
    Slackness- und Gunlyrics abwendet und spirituelle und gesellschaftliche Zustände thematisiert. Sein Spitzname BUJU bedeutet in der Maroonsprache
    `Brotfrucht´- ein wesentlicher Bestandteil der Grundnahrung in der Karibik, BANTON bedeutet in Patois nichts weiter als `Geschichtenerzähler´.
    Ausdrücklich hat sich BUJU BANTON in seiner Gesinnung geändert und von seinen 10 Jahre alten Songs distanziert. Es werden beim Summerjam 2009 keine Schwulen - oder lesbenfeindliche Inhalte auf die Bühne kommen und es werden keine Songs mit derartigen Inhalten dargeboten. Nicht von BUJU BANTON und auch von keinem anderen der auftretenden Künstler.

    Klaus Maack
    Contour GmbH
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#2 FinnAnonym
  • 13.05.2009, 16:59h
  • Wenn die entsprechenden Veranstalter schon nur an ihren Gewinn denken und jegliche Moral ausblenden, sollte zumindest der Staat aktiv werden!

    Ich verstehe nicht, dass solche Hassverbreiter überhaupt noch in die EU einreisen dürfen und deren CDs nicht längst auf dem Index stehen...

    Ginge es nicht um Schwule, sondern um andere, wäre das längst passiert.
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#3 Liedel
  • 13.05.2009, 17:03h
  • Tja, dann sollen die Kölner nach der meiner Meinung nach unsäglichen Debatte um die "CSD- Benimmordnung" mal zeigen, dass die Szene auch geeint und nicht nur gespalten sein kann.
    Letztes Wochenende: 2000 Leute protestieren in Berlin gegen homophoben Eisverkäufer. Das können die Kölner doch wohl auch, oder?
    Wie wärs damit: CSD- Route umleiten, direkt vors Open- Air-Gelände ziehen, sich sichtbar machen, protestieren, und vor allem die Besucher mal darüber aufklären, was/wen sie da eigentlich hören!

    Ich persönlich habe schon nach der "Benimmordnungs-Debatte" meine Konsequenzen für das erste Juliwochenende gezogen: London(Pride) calling... nicht nur wegen des günstigen Wechselkurses. Die Briten lassen nämlich Schwulenhasser gar nicht erst ins Land (siehe Berichterstattung hier auf queer.de). Der LSVD sollte hier mal kräftig Druck auf die Bundesregierung ausüben, das ewige Katz-und-Maus-Spiel mit den Hasssängern nervt ja langsam!
    Zudem gibt es in den Antidiskriminierungsgesetzen in GB keine Ausnahmeregelungen für die Kirchen! Da lass ich meine Euros (bzw. Pfund) doch gerne
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