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- 25. Mai 2009 2 Min.
Am Wochenende hat sich Präses Alfred Buß, Chef der evangelischen Kirche von Westfalen, auf dem evangelischen Kirchentag in Bremen für eine bessere Akzeptanz von Homosexuellen in der Kirche ausgesprochen – die Ehe ist aber nach seiner Ansicht für Schwule und Lesben nach wie vor tabu.
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei Homosexualität anlagebedingt, wird Buß in der evangelischen Nachrichtenagentur epd zitiert. "Es handelt sich weder um eine Fehlentwicklung oder eine Krankheit noch um eine Behinderung oder ein Defizit", erklärte der 62-Jährige. In der Bibel spiele das Thema nur eine Nebenrolle. So komme es im Neuen Testament nur in zwei Paulus-Briefen vor, in denen sich der Autor vor allem gegen Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse wende.
Der Präses verglich dabei den Weg zur Anerkennung von Schwulen und Lesben mit dem Umgang mit Linkshändern. Noch vor kurzem sei ihre Veranlagung als ein Mangel betrachtet worden, den man umerziehen müsse. Heute würden Linkshänder selbstverständlich akzeptiert.
Die Ablehnung von Homosexualität dürfe nicht "kontextlos" mit der Bibel begründet werden, so Buß, sondern das Thema sei im größeren Zusammenhang mit der christlichen Botschaft zu deuten. In der Kirche müsse man aber miteinander respektvoll umgehen, auch wenn man nicht einer Meinung sei. Während die katholische Kirche Homosexualität generell ablehnt, erkennen Teile der evangelischen Kirche seit über einem Jahrzehnt gleichgeschlechtliche Lebensweisen teilweise an. So hat erst Anfang des Jahres die Evangelische Kirche im Rheinland Pfarrer und Kirchenbeamte in Eingetragenen Lebenspartnerschaften im Besoldungs- und Versorgungsrecht mit Ehepaaren gleichgestellt (queer.de berichtete).
Buß machte aber klar, dass die deutsche evangelische Kirche eine Öffnung der Ehe wie in den Niederlanden oder in Belgien nicht dulden werde. Zwar würden für schwule und lesbische Paare die gleichen ethischen Kriterien wie für Ehe und Familie gelten, "nämlich Freiwilligkeit, Ganzheitlichkeit, Verbindlichkeit, Dauer und Partnerschaftlichkeit". Die Ehe sei aber Homosexuellen vorzuenthalten, weil sie die Funktion habe, als "Lebensraum für Geburt und Erziehung der Kinder" zu dienen. (dk)















Wir brauchen eine Trennung von "Kirche" und Staat nach französischem Vorbild. Nicht dass das die Lösung aller Probleme wäre, aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung.