Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?10468
  • 25. Mai 2009 12 2 Min.

Erschreckende Zahlen des Robert-Koch-Instituts: Die Syphilis-Diagnosen in Berlin sind 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent nach oben geschnellt – auf 655 Fälle.

2007 sind in der Hauptstadt noch 454 Syphilis-Fälle festgestellt worden. Nur das weitaus größere Bundesland Nordrhein-Westfallen hat mit 747 Fällen eine ähnlich hohe Ansteckungszahl. Das erklärte die Gesundheitssenatsverwaltung nach einer Kleinen Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus.

Die Ökofraktion fordert nun vom Senat ein Konzept für sexuelle Gesundheit, "bei dem der Schwerpunkt auf der gezielten Prävention bei schwulen Männern liegt", so Thomas Birk, lesben- und schwulenpolitischer Sprecher der Grünen. Die Zunahme an Syphilis sei "einmalig in Deutschland, doch der Senat schaut zu: Gesundheitssenatorin Lompscher bat das Abgeordnetenhaus um Aufschub eines entsprechenden Berichts zur sexuellen Gesundheit bis Mitte November", so Birk.

In der Antwort bezweifelt der Senat die Wirksamkeit von Syphilis-Schnelltests in Verbindung mit Risikomanagementberatung. Diese Schnelltests sollen aber durch eine Testkampagne für schwule Männer ab September durch die Deutsche Aidshilfe im Rahmen der Kampagne Ich weiß, was ich tu (IWWIT) bundesweit beworben werden. "Dies begrüßen wir ausdrücklich. Noch hat Berlin dazu aber kein Angebot, denn Mann-O-Meter musste seine Syphilis-Schnelltests mangels finanzieller Zuwendung wieder einstellen. Sollte nicht bald eine Lösung gefunden werden, könnte es peinlich werden für das Bundesland mit den höchsten Syphilis-Diagnosezahlen bei Männern, die Sex mit Männern haben."

Die bakterielle Erkrankung wird zu zwei Dritteln bei Oral- oder Analsex übertragen. Syphilis kann beim Sex leichter als HIV übertragen werden und ist im frühen Stadium mit Penicillin heilbar - bei Nichtbehandlung sind schwere Organschäden die Folge, die zum Tode führen können. Über ein schmerzloses Geschwür, das vier Wochen nach der Infektion auftritt, verbreitet sich die Krankheit weiter – befindet sich das Geschwür in der Nähe des Darmausganges, bleibt es oft gänzlich unbemerkt. (pm/dk)

-w-

#1 LennyAnonym
  • 25.05.2009, 18:51h
  • Ich würde ja gern mal die Originalveröffentlichung sehen.
    Eine erhöhte Inzidenz könnte sich nämlich auch einfach durch mehr durchgeführte Tests erklären lassen.
    Mit absoluten Zahlen zu hantieren ist bei sowas immer gefährlich...
  • Direktlink »
#2 seb1983
  • 25.05.2009, 19:22h
  • Mal wieder ist unsere Hauptstadt wenns um schwulen Lifestyle geht ganz vorne mit dabei.
    Auf dem Land ist man vielleicht spießig monogam oder benutzt sogar noch Gummis, in Berlin ist man über solch kleinbürgerlichen Schund lange hinweg...

    Mag sein dass sich mehr testen ließen, aber fast 50% mehr sind schon ne Hausnummer. Ansonsten einfach mal über den großen Teich nach San Francisco oder NY gucken, die haben das Problem damit schon länger.
  • Direktlink »
#3 gaybocholtEhemaliges Profil