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- 26. Mai 2009 2 Min.
Der Pressesprecher des Erzbischofs von Cardiff erklärte im BBC-Fernsehen, dass Homosexuelle die Hauptverantwortlichen für den Massenmissbrauch von Kindern in der katholischen Kirche seien.
Pater John Owen sagte in der Live-Sendung "The Big Questions", dass die "meisten Straftaten von Homosexuellen begangen worden" seien. Thema der Diskussion waren die Missbrauchsfälle der letzten Jahre innerhalb der Kirche. Owen sagte aus, die Mehrzahl der Übergriffe von katholischen Geistlichen auf Jungs verübt worden: "Was sagt Ihnen das? Das ist nun mal eine Tatsache", so Owen.
Die katholische Kirche ist in den letzten Jahren verstärkt gegen schwule Priesteranwärter vorgegangen. Papst Benedikt XVI erklärte in seinem traditionellen Jahresrückblick vor sechs Monaten, dass Schwule Gottes Werk "vernichten" würden (queer.de berichtete).
In der BBC-Sendung, in der auch Missbrauchopfer anwesend waren, musste Pater Owen heftige Kritik einstecken. So erklärte der Moderator James O`Brien: "Die Mönche, die wegen Missbrauchs angeklagt wurden, waren Pädophile und keine Homosexuellen. Ich finde es abartig, wie sie versuchen, diese Verbrechen zu verteidigen."
Schwule als Sündenbock
Colm O'Gorman, der Chef von Amnesty International Irland, der als Jugendlicher selbst von einem katholischen Priester missbraucht wurde, sagte nach der Sendung, die katholische Führung wolle von ihren eigenen Verbrechen ablenken: "Die Kirche versucht, schwulen Sex und Priester, die Kinder vergewaltigen, als gleichwertig hinzustellen. Sie braucht einen Sündenbock und versucht deshalb, die Diskussion auf ein anderes Thema zu lenken. Damit verharmlost sie die kriminelle Gewalt, die mit einer Vergewaltigung einhergeht, und behauptet, das sei nichts anderes als einvernehmlicher Sex zwischen Erwachsenen."
Kurz nach der Sendung veröffentlichte die Erzdiözese Cardiff eine Pressemitteilung, in der sie bekannt gibt, dass die Aussagen Owens nicht abgestimmt gewesen waren.
Die katholische Kirche musste in den letzten Jahren weltweit Milliarden Euro aufbringen, um Opfer von Kindesmissbrauch zu entschädigen. In den USA allein mussten die Landeskirchen über zwei Milliarden Dollar an ihre Opfer zahlen – und das, obwohl nur ein Bruchteil der Anschuldigungen vor Gericht Erfolg hatte. (dk)














