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- 29. Mai 2009 2 Min.
Mindestens zwei Männer wurden am Donnerstag in Sadr City wegen ihrer Homosexualität getötet. Die Dunkelziffer liegt aber viel höher.
"Zwei junge Männer sind umgebracht worden. Sie waren sexuell abartig. Die Stämme haben sie getötet, um ihre Familienehre wiederherzustellen", zitierte die amerikanische Nachrichtensendung "ABC News" ein Mitglied des irakischen Militärs, das anonym bleiben wollte. Damit sind die Schwulen offenbar nicht von schiitischen Milizen ermordet worden, die seit dem Sturz Saddam Husseins aus religiösen Gründen Jagd auf Homo- und Transsexuelle machen.
Bestätigt hat die Polizei bislang, dass vier weitere männliche Leichen entdeckt worden, die in den letzten zehn Tagen von Schiiten-Milizen getötet wurden und offenbar ebenfalls als Schwule bekannt waren. Das UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten geht davon aus, dass in den letzten drei Monaten 30 Männer wegen ihrer Homosexualität in Bagdad ermordet wurden.
Erst im April bestätigte das Innenministerium, dass Milizen sechs schwule Männer wegen deren sexueller Orientierung töteten (queer.de berichtete). Es gab sogar Berichte, dass selbst die irakische Regierung direkt an der geplanten Exekution von über 100 schwulen Männern beteiligt ist (queer.de berichtete). Zudem tauchten Berichte über brutale Foltermethoden gegen Homosexuelle auf (queer.de berichtete).
Bis 2001 war Homosexualität im Irak de facto legal, dann erließ der damalige Diktator Saddam Hussein ein Verbot. Bei Wiederholungs-"Tätern" war die Todesstrafe möglich. Derzeit gibt es zwar kein ausdrückliches Homo-Verbot, allerdings können Schwule wegen "unsittlichem Verhalten" oder "Verbreitung von Krankheiten" belangt werden. (dk)















29. Mai 2009, 13:36
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