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- 02. Juni 2009 2 Min.
Der mächtige Schiiten-Führer und Politiker Muktada al-Sadr will gegen die "Verdorbenheit" der Homosexualität vorgehen und diese damit "auslöschen" – nach Ansicht des 34-Jährige sei aber die alltägliche Ermordung von Schwulen nicht rechtens.
Auf einem Treffen von Geistlichen, der Polizei und Lokalpolitikern forderte der führende schiitische Repräsentant im Irak dazu auf, gegen Homosexualität vorzugehen, da diese gegen den Islam verstoßen würde. Sein Sprecher Scheich Wadea al-Atab erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AP: "Wir kommen zusammen, um gegen die Verdorbenheit vorzugehen und appellieren an die Gesellschaft, dieses Phänomen [Homosexualität] abzulehnen. Wir müssen mit Predigten und Führungsstärke derlei Vorkommnisse stoppen. Es gibt keinen anderen Weg, diese Sache zu beenden."
Atabi erklärte, dass al-Sadr die Ermordung von Homosexuellen ohne Gerichtsverfahren ablehne. Erst eine Woche zuvor waren wieder zwei Schwule wahrscheinlich von schiitischen Milizen ermordet worden (queer.de berichtete). Internationale Menschenrechtsorganisationen hatten Berichte darüber erhalten, dass Sadrs Anhänger gezielt Jagd auf Homosexuelle machen. Schiitische Brigaden sollen Schwule vor deren Ermordung zudem brutal foltern (queer.de berichtete). Die meisten Todestrupps patrouillieren durch den von al-Sadr kontrollierten Stadtteil Sadr City.
Bis 2001 war Homosexualität im Irak de facto legal, dann erließ der damalige Diktator Saddam Hussein ein Verbot. Bei Wiederholungs-"Tätern" war die Todesstrafe möglich. Derzeit gibt es zwar kein ausdrückliches Homo-Verbot, allerdings können Schwule wegen "unsittlichem Verhalten" oder "Verbreitung von Krankheiten" belangt werden. (dk)















Das Urteil stand in diesen Schauprozessen schon vorher fest.