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https://queer.de/?10555
  • 10. Juni 2009 17 1 Min.

Die kommunistisiche Regierung von China lobt in ihren Medien das erste Gay-Pride-Festival des Landes in Shanghai – die Organisatoren wagten es aber nicht, eine CSD-Parade durchzuführen.

Das Festival sei ein Zeichen von "großer Wichtigkeit" und ein Beweis des "sozialen Fortschritts im Lande", schrieb etwa "China Daily", die im Besitz der kommunistischen Partei ist. Das Organ lobte die "Toleranz" und den "sozialen Fortschritt", der in größeren Städten – und insbesondere in Shanghai – in den letzten Jahren zum Vorschein getreten sei. Dabei wurde Homosexualität in der Volksrepublik erst 1997 legalisiert. Seit 2001 gilt sich nicht mehr als Geisteskrankheit.

Bei dem einwöchigen Festival finden Film-Vorführungen, Diskussionsveranstaltungen, Partys und andere Events statt. Es dauert bis zum 14. Juni an und soll mindestens 2.000 Schwule und Lesben anlocken. Die Organisatoren veranstalten aber bewusst keine CSD-Parade. Sie sind zuvor gewarnt worden, dass die Behörden dies als verbotene politische Demonstration werten und zerschlagen könnten.

In der chinesischen Öffentlichkeit und in den Medien wird das Thema Homosexualität weitgehend totgeschwiegen. Wegen der stark ansteigenden HIV-Infektionszahlen unter Schwulen startete das Regime allerdings Anfang des Jahres ein erstes Präventionsprogramm für die Zielgruppe (queer.de berichtete). Nichtstaatliche Homo-Initiativen werden dagegen weitgehend unterdrückt. So hat die Regierung 2006 eine Reihe von schwulen Internetseiten verboten (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.06.2009, 18:01h
  • Die kommunistisiche Regierung von China lobt in ihren Medien das erste Gay-Pride-Festival des Landes in Shanghai - was ist davon zu halten? Ich halte davon überhaupt nichts! Obwohl in diesem Land Homosexualität erst 1997 legalisiert wurde und seit 2001 nicht mehr als Geisteskrankheit gilt, glaube ich der Regierung kein einziges Wort! Als Schwuler in China leben - nein danke! Und auch die Gay-Community sollte um das "Reich der Mitte" einen großen Bogen machen!
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#2 seb1983
  • 10.06.2009, 18:36h
  • Gay Pride auf sozialistisch, natürlich unter staatlicher Obhut.
    Nebenbei kann man natürlich alle Schwulen registrieren... Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
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#3 gerdAnonym
  • 10.06.2009, 19:12h
  • @Matt
    Das bewerte ich anders; im Vergleich zu islamisch geprägten Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens sind in China erste Fortschritte mittlerweile erkennbar:
    - Legalisierung 1997
    - Streichung von der Liste der Krankheiten
    - Sichtbarwerden von LGBT Zentren in den Großstädten wie Shanghai oder Hong Kong

    Und jetzt also das erste einwöchige Festival, wenn auch ohne Parade.

    Natürlich ist China ansonsten ein stark die Menschenrechte verletzendes Land und gerade Demonstrationsfreiheit wird nicht gewährleistet, was nicht nur homosexuelle Mitbürger trifft, sondern ein Grundproblem in China ist.

    Die Anerkennung von Homosexualität ist aber staatlicherseits seitens der kommunistischen Partei durchaus gut, denn China will den wirtschaftlichen Wohlstand und hierzu betreibt es seit Jahrzehnten die Ein-Kind-Politik, um das Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen, da letzteres den volkswirtschaftlichen Wohlstand Chinas gefährdet. Homosexuelle Menschen ohne Kinder dienen da sogar dem Staatsziel der Ein-Kind-Politik.

    Doch sollte man sich, auch wenn es Fortschritte gibt, nicht täuschen lassen: zwar sind homosexuelle Menschen ohne Kinder im Interesse der chinesischen Staatsführung; aber niemals würden sie Regenbogenfamilien staatlich anerkennen oder lesbischen Frauenpaaren die künstliche Befruchtung ermöglichen.

    China braucht halt weniger Kinder, um den Wohlstand im Lande zu vergrößern. Und da passt halt die staatliche Anerkennung von homosexuellen Menschen genau in das Konzept der kommunistischen Staatsführung.

    Eine LGBT Demonstration und Parade in Shanghai wäre daher seitens der Organisatoren sehr ungeschickt; denn sie würde verboten; nicht weil es eine homosexuelle Demonstration ist, sondern weil es eine Demonsstration ist und das Demonstrationsrecht, wie es westliche Staaten kennen, bekämpft die kommunistische Staatsführung landesweit.

    Wenn die Organisatoren in Shanghai schlau sind, so gehen sie den Weg der Film-Vorführungen, Diskussionsveranstaltungen und Partys weiter.
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