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  • 16. Juni 2009 16 2 Min.

Drei Wochen vor dem Kinostart von Sacha Baron Cohens neuem Film "Brüno" äußerten sich vereinzelt Homo-Aktivisten besorgt über die Botschaft, die die "Mockumentary" über Schwule verbreitet.

Cohen, der bereits mit seinem ersten Spielfilm "Borat" angeeckt ist (queer.de berichtete), stellt in der neuen Produktion den schwulen österreichischen Modemacher Brüno dar. Sein "gut gemeinter Versuch einer Satire ist an vielen Stellen problematisch, an anderen geradezu beleidigend", erklärte Rashad Robinson von der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation. Sie befürchtet, dass homophobe Zuschauer in ihren Vorurteilen bestätigt werden. Die Human Rights Campaign weist zudem darauf hin, dass "Cohen und Universal Pictures eine Verantwortung haben, die Zuschauer darauf hinzuweisen, dass sie versuchen, die Homophobie in Amerika darzustellen."

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Die Produktionsfirma erklärte, dass genau darin der Ansatz des Filmes liege: "'Brüno' benutzt provokante Comedy um ein Licht auf die Absurdität von Intoleranz und Ignoranz wie der Homophobie zu werfen," so die offizielle Mitteilung von Universal Pictures. Cohen zwinge die Leute dazu, ihre "eigenen Vorurteile zu hinterfragen", heißt es weiter. "Wir glauben, dass die überwältigende Mehrheit der Zuschauer das versteht".

Derzeit betreibt die Produktionsfirma und Cohen eine Werbekampagne für den Film, der in der zweiten Juli-Woche weltweit anläuft. So schaffte er es als erster nackt auf das Cover des Männer-Edelmagazins "GQ". Vor zwei Wochen ließ er sich – scheinbar spontan – mit dem Hintern zuerst auf den Rapper Eminem abseilen, der daraufhin verstört den Saal verließ. Einige Tage später erklärte ein MTV-Autor, der "Eklat" sei nicht nur abgesprochen gewesen, sondern auch geprobt worden (queer.de berichtete).

Brüno in Berlin

Am 21. Juni taucht Cohen auch in Berlin auf: Um 18 Uhr wird er um das Brandenburger Tor posieren, Autogramme verteilen und zart besaitete Mitbürger schocken. (dk)

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#1 xyAnonym
  • 16.06.2009, 20:25h
  • Erste und wichtigste Regel für jeden berufsbetroffenen Funktionär: Keine Gelegenheit auslassen, um zu jammern und sich zu beschweren (oder zumindest schwere Bedenken zu bekunden), um auf diese Weise seine eigene Unentbehrlichkeit nachzuweisen.

    Um es zu wiederholen: Eine schlimmere, umfassendere Bestätigung sämtlicher, auch noch der allerplattesten Homoklischees als das, was schwule Medien bieten, kann es kaum geben. Also erstmal diese verbieten oder durchgreifend zensieren, wenn man so besorgt ist, und dann können wir uns mit den Heten befassen.
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#2 ChrischiAnonym
#3 Homophobie und deren Beförderung sind ein VerbrechenAnonym
  • 16.06.2009, 21:59h
  • Antwort auf #1 von xy
  • Was für eine gequirlte Sch... Die zunehmende Homophobie gerade unter Jugendlichen ist nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern heteronormative und -sexistische Massenmedien samt der so genannten "Popkultur" haben einen ganz wesentlichen Anteil daran. Und gerade junge Menschen werden Machwerke wie das hier diskutierte angesichts der massiven schwulenfeindlichen Gesinnungen in dieser Altersgruppe eben NICHT so kritisch einordnen, wie es von denen, die daran verdienen (und von Leuten wie dir), behauptet wird. Und das wird auch ganz bewusst billigend in Kauf genommen, ebenso wie sich dadurch bestätigt fühlende Schwulenhasser und Gewalttäter, denn schließlich soll Profit geschlagen werden um jeden Preis. Auch auf Kosten eines derart sensiblen Themas, das sich für billige Scherze ganz und gar nicht eignet.

    Aber nur weiter so: Leute wie du, @xy, sorgen in unserer Community dafür, dass wir uns weiterhin verunglimpfen und stigmatisieren lassen in einer Art und Weise, die bei anderen gesellschaftlichen Gruppen völlig undenkbar wäre und bei denen völlig zu Recht sofort ein nationaler Aufschrei erfolgen würde. Was dabei die ständigen dummen Verweise auf die angeblich so schlimmen schwulen Medien sollen, ist mir ein Rätsel. Schau doch mal in die Hetero-Porno-und-Boulevard-Presse, dann bekommst du eine Vorstellung davon, was "peinlich" ist und deswegen noch lange nicht als Rechtfertigung für die Diskriminierung von Heterosexuellen herangezogen wird.
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