Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?10597

Für Samstag ruft Aktivist Alfonso Pantisano zur Demo vor einem Imbiss in Kreuzberg auf, dessen Besitzer küssende Schwule attackierte.

Ein 38-jähriger irakischer Imbissbesitzer hatte vor zwei Wochen aus offensichtlich homophoben Motiven ein Homo-Paar mit einer Stange angegriffen und dabei einen 23-Jährigen verletzt (queer.de berichtete). Pantisano hat daher für Samstag ab 13 Uhr eine Demonstration vor dem "Habibi" (Oranienstraße 30) angemeldet. An diesem Tag findet auch das schwul-lesbische Straßenfest statt.

Pantisano hatte bereits zuvor eine Demo gegen die Eisdiele Dolce Freddo organisiert, nachdem der italienische Besitzer Schwule und Lesben beleidigt und angegriffen hatte. An dieser Protestaktion nahmen 2.000 Menschen teil (queer.de berichtete). Der Demonstrationszug am Samstag soll wieder vor Dolce Freddo enden, gegen 15 Uhr. Dann können die Teilnehmer gemeinsam das Straßenfest besuchen.

- Werbung -

"Ich kann nicht fröhlich beim Straßenfest am Samstag feiern, wenn ich an anderen Tagen Angst haben muss, als Schwuler auf die Straße zu gehen", begründete Pantisano gegenüber queer.de seine Initiative. Er lebt seit sieben Jahren in der Hauptstadt und habe beobachten müssen, dass die Lage für Schwule, Lesben und Transsexuelle ernster werde.

"Viele haben Probleme mit dem Thema Anderssein. Ich will ja nicht fordern, dass sie sagen, Homosexualität ist wundervoll. Ich verlange aber, dass ich nicht diskriminiert oder sogar angegriffen werde." Er wolle verhindern, selbst Opfer zu werden. "Die Lage ist zwar ernster geworden, aber wir haben jetzt auch den Mut, uns zu wehren. Früher haben viele die Schnauze gehalten. Jetzt erstatten wir Anzeige und organisieren Demos."

Die Polizei ermittelt derzeit gegen den Imbissbesitzer wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie hat gegenüber der Presse nicht mitgeteilt, um welchen Fast-Food-Laden es sich bei der Tat handelte, "damit der Besitzer des Imbisses nicht identifiziert werden kann".

Pantisano vermutet, dass die Beamten die Information zurückhalten, weil der Besitzer Iraker ist und fremdenfeindliche Reaktionen befürchtet werden. "Die Nationalität interessiert mich nicht. Ich will wissen, ob ich statt einer Falafel eine Stange ins Gesicht bekomme", so Pantisano. "Bei einer Lebensmittelvergiftung würden die Behörden ja auch warnen. Warum tun sie es nicht genau so, wenn Schwule verprügelt werden?". (dk)

Demo am Samstag 20.6., 13 Uhr vor dem Lokal "Habibi" Oranienstraße 30, Berlin-Kreuzberg

-w-

-w-

-w-

#1 Victor
  • 17.06.2009, 15:26h
  • Hi, Arsch hoch und mitdemonstrieren, wenn Ihr in Bln. oder Umgebung wohnt! Wenn es nicht schon seit Jahrzehnten Gay-Aktivisten gegeben hätte, die mit energiezehrenden Fights und mühsamer Lobbyarbeit für unsere Rechte gekämpft hätten, hier hätte sich nur wenig geändert. Nichts, aber auch gar nichts von unseren Rechten haben wir der "allmählich gewachsenen Einsicht" der heterosexuellen Mehrheit zu verdanken. Ich habe gelernt: Wenn wir uns nicht selbst um unsere Angelegenheiten kümmern, macht es niemand.

    Also lasst Pantisano nicht hängen, kämpft für unsere Rechte!

    Victor

    Ach übrigens, reaktionäre Strömungen versuchen derzeit massiv Einfluss auf die Politik zu nehmen (z.B. fundamentale Evangelikale, die in Baden-Württemberg bereits die meisten evangelischen Kirchengemeinden dominieren) und auf deren "Abschussliste" stehen schwule Männer und lesbische Frauen ganz oben ...
  • Direktlink »
#2 alexander
  • 17.06.2009, 16:27h
  • bevor es hier zu missverständnissen kommt, nach dem motto : die lage ist zwar ernster geworden !,
    muss ich als altberliner leider feststellen, die lage war noch nie so ernst in den letzten 40 jahren !!!
    abgesehen von den üblichen scherereien, die aber im verhältnis harmlos waren, war berlin immer von einer grossen toleranz geprägt und man musste keine angst vor körperlicher gewalt haben, nur weil man schwul war.
    vor allem kann es nicht sein, dass wir uns unser recht auf selbstbestimmtes leben nehmen lassen, weil einigen "zugereisten" die "berliner luft" nicht passt.
    berlin hat seit dem mauerfall ohnehin schon viel federn lassen müssen und ist seit dem umzug der regierung überfremdet, leider mit den dazugehörigen hohlköpfen !
    gerade die toleranz schwulen gegenüber müssen wir uns erhalten, mit allen mitteln, sonst verliert berlin seine identität.
  • Direktlink »
#3 Liedel
  • 17.06.2009, 18:00h
  • Ach jeh @ Alexander,
    was haben denn "Zugezogene" grundsätzlich mit homophober Gewalt zu tun?

    "Und ist seit dem umzug der regierung überfremdet, leider mit den dazugehörigen hohlköpfen !"

    Seltsame Frustrhetorik!

    Soweit ich weiss zog 1999 die Bundesregierung hierher um, die das Lebenspartnerschafts- und Antidiskriminierungsgesetz geschaffen hat... nur so nebenbei.... und wenn ich das von Zeitzeugen richtig verstanden habe, beruhte die tolerante Entwicklung des hochgelobten Westberlin auch auf dem Engagement Zugezogener. Erinnert sei nur an Kreuzberg als das "Eldorado westdeutscher Totalverweigerer" Kann ich schon verstehen, dass manche diesen Zeiten nachtrauern, übertreiben sollte man es damit allerdings nicht. "Früher war alles besser" hat sich in vielen Bereichen einfach zu oft als leere Worthülse entpuppt.Toleranz kann ja auch wieder wachsen, die Gewalt wieder sinken. Nur müssen die möglicherweise davon betroffenen tatsächlich "den Arsch hochbekommen", und sich z.B. an der hier erwähnten Kundgebung beteiligen. Aufs Straßenfest kann man danach ja immer noch
  • Direktlink »