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- 17. Juni 2009 1 Min.
Das litauische Parlament, die Seimas, hat ein Gesetz beschlossen, das die Diskussion über Homosexualität an allen Schulen des Landes verbietet.
67 der insgesamt 141 Abgeordneten stimmten für den Entwurf, drei dagegen und vier enthielten sich. Der Rest nahm nicht an der Abstimmung teil. Das international umstrittene Gesetz muss nun noch vom Präsidialamt abgesegnet werden, bevor es in Kraft tritt.
Das "Gesetz zum Schutz von Minderjährigen gegen schädliche Auswirkungen öffentlicher Informationen" soll Kinder vor körperlicher und seelischer Gewalt schützen (queer.de berichtete). Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben bereits gegen das Gesetz protestiert.
Auch die Homo-Gruppe ILGA-Europe kritisiert, dass Litauen jetzt das einzige EU-Land sei, "das solch stigmatisierende Regelungen" getroffen habe. Die Gruppe erinnert an das britische Gesetz "Section 28", das zwischen 1988 und 2003 die Diskussion über Homosexualität an Schulen auf der Insel verboten hatte: "Die Erfahrungen in Großbritannien haben schon bewiesen, dass derlei Gesetz einen verheerenden Einfluss auf lesbische, schwule und bisexuelle Schüler hat", heißt es in einer Pressemitteilung von ILGA-Europe.
Letzte Hoffnung für Homo-Aktivisten ist nun ein Veto durch Staatspräsident Valdas Adamkus. Homo-Gruppen rufen dazu auf, Protestmails an Božena Krasovskaja, die Sekretärin des Präsidenten, zu richten (E-Mail: bozena.krasovskaja@president.lt). (dk)














