Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?10604
  • 18. Juni 2009 26 2 Min.

Die Gruppe Christian Civil Liberties Union hat bei der Stadt Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) beantragt, ein Bibliotheksbuch zu verbrennen oder auf andere Art zu zerstören, in dem es um das Coming-out eines jungen Schwulen geht.

Der Roman "Baby Be-Bop" von Francesca Lia Block (Amazon-Affiliate-Link ) richtet sich an junge Erwachsene und erzählt die Geschichte eines schwulen Teenagers, der von einem homophoben Mob attackiert wird. Die christlichen Aktivisten erklärten, dieses Buch sei "sehr vulgär, rassistisch und anti-christlich". Ein solches Buch öffentlich zugänglich zu machen sei ein "Hassverbrechen". Weil es in der städtischen Bücherei geführt wird, fordern sie die Verbrennung des Romans sowie eine Entschädigung in Höhe von 120.000 Dollar (86.000 Euro).

In der Anklage heißt es: "Die Kläger, die alle im Rentenalter sind, erklärten, dass ihr seelisches Wohlbefinden durch das Buch beschädigt wurde." Außerdem kämen böse Wörter in dem Buch vor, die "das Leben von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen bedrohen". Dabei handelte es sich um die Begriffe "Nigger" und "Faggot" ("Schwuchtel"). "Das Wort ‚faggot’ ist sehr herabwürdigend, weil es alle Männer beleidigt", erklärten die religiösen Rentner. "Derlei Worte können Gewalt hervorrufen."

Die nationale Organisation der Büchereien erklärte, Aufgabe der Bibliotheken sei es nicht, frei erhältliche Bücher zu zensieren. Unterstützung kommt auch von Autorin Francesca Lia Block: "Bibliothekare sind die Helden in unserer Gesellschaft, über die niemand ein Wort verliert", erklärte sie. "Mein Bruder arbeitet bei einer schwulen Telefonberatung und muss jeden Tag Menschen davon abhalten, Selbstmord zu begehen, weil sie nicht in ihrem Dorf oder ihrer Stadt akzeptiert werden."

Umstrittene Bücher in Bibliotheken sorgen in den USA immer wieder für Aufregung. So kam letztes Jahr heraus, dass die damalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin während ihrer Zeit als Gemeinderätin ein schwules Buch aus der Bücherei verbannen wollte (queer.de berichtete). Laut einer Umfrage ist eine Kinder-Geschichte über zwei schwule Pinguine das am meisten gehasste Buch im Land (queer.de berichtete). (dk)

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.

-w-

#1 rückblickAnonym
  • 18.06.2009, 10:57h
  • I"..m November 1948 reiste James Baldwin nach Frankreich, weil er – wie er später betonte – den Rassismus in New York nicht mehr ertragen konnte. Die folgenden vierzig Jahre seines Lebens verbrachte er überwiegend in seiner französischen Wahlheimat. Baldwin bezeichnete diesen Schritt als „Selbstexilierung“. In den USA sei es ihm nicht gestattet gewesen, sich in die Richtung zu entwickeln, in die er sich nur habe entwickeln können: „Alles, was mir meine Landsleute in jenen 24 Jahren, die ich im Lande zu leben versuchte, anzubieten hatten, war der Tod – ein Tod überdies nach ihrem Geschmack.“ [1] In Frankreich bekannte Baldwin sich offen zu seiner Homosexualität..."

    de.wikipedia.org/wiki/James_Baldwin
  • Direktlink »
#2 dummfugAnonym
  • 18.06.2009, 12:13h
  • "Dort, wo man die Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen"

    Zitat von Heinrich Heine und Erich Kästner.

    Dieser Wahrheit gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Trägt die Vereinigung dort weiße Gewänder mit spitzen aus Tuch geformten Hüten?
  • Direktlink »
#3 3KAnonym