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- 19. Juni 2009 2 Min.
Ist das etwa ein Aufruf zu Körperverletzung? Ein Bielefelder will gegen den aktuellen Slogan "Ich mach‘s auch ohne", der an Telefonzellen prangt, vorgehen.
Von Christian Scheuß
Hendrik Gerhardt findet eindeutige Worte. Das sei ein Aufruf zur Körperverletzung. "Ich fühle mich als Mensch von so einer Botschaft beleidigt", sagte er gegenüber der Tageszeitung "Neue Westfälische" (WN), die in ihrer Ausgabe vom Mittwoch über den Ärger des 29-jährigen Werbekaufmanns ausführlich berichtete.
Auslöser des Zorns sind die derzeit an Telefonsäulen eingesetzten digitalen Werbebotschaften, die dort auf Flachbildschirmen zu sehen sind: "Ich mach’s auch ohne" prangt dort auf Telekommagenta die provozierende Botschaft. Die Irritation wird aber wenige Sekunden später aufgelöst. Denn gemeint ist die Möglichkeit, an diesen Fernsprechern auch dann telefonieren zu können, wenn man gerade kein Kleingeld zur Hand hat. Und nicht etwa der Sex ohne Kondom. Die Werbung spielt genau auf diese Assoziation an, und genau das findet Hendrik Gerhardt gefährlich. Die Bundesrepublik zahle Millionen Euro für Anti-Aids-Kampagnen, und die Telekom kehre unter dem Motto "Sex sells" die Botschaft einfach um, schimpft er gegenüber der WN.
Gegen die "Kultur des Sexismus und der Gewalt gegen Schwächere" wolle er nun stärker vorgehen. So versuchte er bereits den Bielefelder Oberbürgermeister persönlich zu erreichen, um zu protestieren, vor der Telekomzentrale in Bonn plane er eine "kleine Performance". Beim Kommunikationskonzern zeigte man sich etwas verwundert. Beleidigen wolle man natürlich niemanden, aber "die einen finden das witzig, andere nicht", hieß es als Antwort auf die Anfrage der WN.
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