https://queer.de/?10651
- 25. Juni 2009 2 Min.
Der schwule Comic-Papst teilt aus: Er wettert gegen zu viel Kommerz beim CSD und plädiert für deutlichere politische Botschaften.
Von Carsten Weidemann
Die Frankfurter Rundschau hat sich zur CSD-Saison mit dem Comiczeichner Ralf König unterhalten und in der Ausgabe vom Donnerstag ein ausführliches Interview mit ihm veröffentlicht. König findet deutliche und kritische Worte zu den Paraden im Jahr des 40-jährigen Geburtstages des Ereignisses.
"Bei den Paraden gibt es geradezu abstoßende kommerzielle Entwicklungen", schimpft er und berichtet der Tageszeitung von einem Ereignis beim Kölner CSD im vergangenen Jahr. Mit ein paar Freunden habe er sich als kleine Fußgruppe spontan einreihen wollen. Man sei aber von ein paar Bodyguards abgedrängt worden, die die Fläche hinter einem Wagen für zwei Models, die Werbung für einen Energy-Drink machten, freihalten wollen. Es sei kein Wunder, dass es zum regulären CSD seit einiger Zeit Gegenveranstaltungen gebe. "Das Bedürfnis nach ernsteren politischen Tönen ist da."
Einseitig findet König auch die Aufmerksamkeit der berichtenden Medien, die sich zu sehr auf die "Paradiesvögel und Exoten" konzentrierten. "Ich finde, eine Message sollte schon dabei sein beim CSD. ‚Seht her, wie toll ich aussehe‘, das reicht nicht. Der CSD ist nach meinem Verständnis immer noch eine Demo, keine Love Parade." Damit kein Missverständnis entsteht, fügt der Erfinder der Knollennasen aber deutlich hinzu, dass er nichts gegen Tunten habe, und selber häufig genug mit Pumps und Fummel unterwegs gewesen sei.
Links zum Thema:
» Das komplette FR-Interview














