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- 02. Juli 2009 1 Min.
Das Amtsgericht Berlin-Moabit hat drei Jugendliche verwarnt, weil sie Schwule bei einer Party erst beschimpft und danach verprügelt haben.
Wie die "taz" berichtet, sind die Jugendlichen offenbar aus Versehen bei einer schwul-lesbischen Geburtstagsfeier in Friedrichshain aufgetaucht. Einer der Beschuldigten gab zu, die Gäste als "Scheißschwuchteln" und "ekelhafte Arschficker" beschimpft zu haben. Vor Gericht erklärten sie, die Beschimpfungen seien ein Scherz gewesen.
Später haben sie zufällig zwei Gäste – einen 23-jährigen Transsexuellen und seinen 25-jährigen Begleiter – am Frankfurter Tor wieder getroffen. Die homophoben Jugendlichen hatten die Straßenseite gewechselt und liefen daraufhin direkt vor den Beiden her, worauf sie sich "verfolgt und bedroht" gefühlt und Notwehr angewandt hätten. Daraufhin kam es zu einer Schlägerei, bei der die Opfer Prellungen und Gehirnerschütterungen davontrugen.
Ein Vertreter der Nebenklage erklärte, es sei gut gewesen, dass der Richter den Vorgang als homophob eingeordnet hat. In der Urteilsverkündung wurden allerdings auch die Geschädigten kritisiert, als selbstbewusste Menschen hätten sie so einem Konflikt aus dem Wege gehen können.
Wegen ihrer Beteiligung bei der Schlägerei droht daher auch den Opfern Konsequenzen. Der 23-Jährige muss nach Angaben der "taz" 400 Euro gegen Einstellung des Verfahrens zahlen, der 25-Jährige wartet auf einen Prozesstermin. (pm)













