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  • 03. Juli 2009 23 2 Min.

Mehr als 15 Jahre lang hat Rainer Gütlich den Frankfurter CSD organisiert. Am letzten Juni-Wochenende ist er im Alter von 49 Jahren aus dem Leben geschieden.

"Es gibt ein Recht auf Leben, aber keine Pflicht", hinterließ Gütlich auf einem Notizzettel. Als letzten Wunsch äußerte er, keine Trauerbekundungen zu zeigen, sondern Lose bei der CSD-Tombola zugunsten der Aids-Hilfe Frankfurt zu kaufen. Er möchte darüber hinaus anonym begraben und seinen letzten Gang alleine gehen.

Über die Gründe des Selbstmords ist bislang nichts bekannt, selbst für Gütlichs Freunde kam der Schritt völlig überraschend. Anzeichen für Krankheiten oder private Probleme gab es im Vorfeld nicht.

Rainer Gütlich organisierte im Jahr 1992 zum ersten Mal den CSD in Frankfurt. Mit dem erworbenen Know-How und seiner neu gegründeten Eventagentur zog er zwei Jahre später den Gay Pride als Event groß auf. Zum ersten Mal fanden Demo und Straßenfest auf der Konstablerwache statt.

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Wichtig war ihm der politische Ansatz. "Ich bin Veranstalter eines CSD in Deutschland und mache Politik damit - ob ich es will oder nicht.", sagte Rainer Gütlich 2006 in einem "Prinz"-Interview. Zum Ende des Christopher Street Days 2008 verabschiedete er sich überraschend als Veranstalter. Seine langjährige Mitarbeiterin Anika Pilger übernahm daraufhin die Geschäftsführung der Gütlich Event GmbH.

Neben seinem CSD-Engagement engagierte sich Rainer Gütlich auch bei der Aids-Hilfe Frankfurt und unterstützte die Organisation des "Lauf für mehr Zeit". (cw)

-w-

#1 Daniel
  • 03.07.2009, 09:01h
  • Das finde ich sehr schade!

    Natürlich wäre es Blödsinn, jetzt über die Motive zu spekulieren. Trotzdem möchte ich mal die generelle Frage stellen, wie wir alle eigentlich damit umgehen, wenn schwule Männer älter werden?

    Mancher meint ja, spätestens mit 30 Jahren, sei er für niemanden mehr interessant und müsste sich dann für den Rest seines Lebens (und das kann dauern - u.U. 50 - 60 Jahre) völlig aus der schwulen Öffentlichkeit zurückziehen. Das kann es doch irgendwie nicht sein, oder?

    Welche Alternative gibt es denn dazu älter zu werden? Sich mit 30 Jahren umzubringen? Na dann hätten wir Schwulen aber wirklich nur ein sehr kurzes aktives Leben ...

    Gibt es irgendwelche Diskussionspunkte dazu?

    Daniel, werde bald 30 (Panik, Entsetzen ...)

    P.S. ich meine mit unserem "Jugendkult" setzen wir uns selbst, völlig unnötig, unter einen menschenunwürdigen Stress
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#2 PeteAnonym
  • 03.07.2009, 09:18h
  • Antwort auf #1 von Daniel
  • Meinst Du das Ernst? Welcher Jugendkult?
    Gut den hat man bis Ende 20 Anfang 30, aber auch in jeder anderen Szene oder Subkultur, das gehört zum Erwachsenwerden.
    Aber irgendwann sollte man reif werden und den ganzen kinderkram hinter sich lassen. und entschuldige das nicht mit schwulsein. ein intelligenter reifer mann altert doch gerne bzw. es tangiert ihm nur peripher. wichtig sind dann sachen wie gesund bleiben etc...
    wie alt bist du? 21? dann wärs noch zu entschuldigen was du schreibst.

    für einen selbstmord müssen immer mehrere sachen zusammenkommen. jede so schwierige situation kann gemeistert werden. kann durchaus nachvollziehen, dass jeman d selbstmord begeht. völlig verzweifelt und sieht null hoffnung.RIP
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#3 CarstenFfm
  • 03.07.2009, 09:28h
  • Antwort auf #1 von Daniel
  • Ich war auch schockiert, als ich das heute gelesen hab.... habe so viele Frankfurt CSDs besucht, die Rainer Gütlich hervorragend und mit viel Engegement organisiert hat.

    @Daniel
    ja, in die Richtung hab ich auch gedacht..... man soll über Gründe nicht spekulieren und tut es trotzdem.... (und spekuliert wirklich, ich hab ihn nicht persönlich gekannt.)

    Das es die Angst des Schwulen vor dem Altwerden sein könnte, daran hab ich auch gedacht.... Man macht sich ja selber (ich bin 42) manchmal Gedanken, wie schwules Leben mit Ü50 so laufen wird, wenn man Fleischmarkt nicht mehr so begehrt ist, und ob man dann einsam wird, etc.

    War er nicht auch recht frisch verheiratet?

    Sehr traurig jedenfalls.
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