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- 08. Juli 2009 2 Min.
Die Regierung der Provinz Saskatchewan will die 2005 für ganz Kanada beschlossene Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben teilweise rückgängig machen.
Standesbeamte sollten nach Ansicht der regierenden konservativen Saskatchewan Party die Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren ablehnen dürfen, falls die Zeremonie ihre "religiösen Gefühle verletzt". Derzeit wird geprüft, ob diese Änderung im Einklang mit der in der kanadischen Verfassung verankerten Grundrechtecharta steht, berichtet der Fernsehsender CBC.
Das kanadische Parlament hat 2005 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Mehrere Provinzen hatten aber bereits zuvor gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt, nachdem Gericht festgestellt hatten, dass Schwule und Lesben durch ein Eheverbot diskriminiert werden würden.
Saskatchewans Justizminister Don Morgan erklärte, man werde nun Gerichten zwei Versionen eines neuen Gesetzes zur Prüfung vorlegen. Die erste würde jedem Standesbeamten die Möglichkeit geben, Homo-Ehen abzulehnen. Bei der zweiten Version könnten neue Standesbeamte bei ihrer Amtseinführung festlegen, ob sie gleichgeschlechtliche Paare trauen wollen oder nicht.
Dem Vorstoß vorausgegangen ist ein Gerichtsverfahren gegen einen Standesbeamten, der sich geweigert hatte, ein schwules Paar zu trauen. Er begründete die Ablehnung mit seinem christlichen Glauben. Daraufhin wurde er von einem Menschenrechtstribunal zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.500 Dollar (1.500 Euro) verurteilt. Ein Berufungsverfahren läuft gegenwärtig.
In Kanada sind bereits jetzt Pfarrer und andere Geistliche von der Pflicht ausgenommen, eine Hochzeit für Homo-Paare anzubieten. Derlei Eheschließungen werden dort – anders als in Deutschland – auch ohne eine standesamtliche Hochzeit anerkannt.
Die ländliche Prärieprovinz Saskatchewan hat knapp über eine Million Einwohner. (dk)














