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- 31. Mai 2004 2 Min.
Auch wenn CDU-Mann Dr. Jürgen Gehb für eine peinliche Rede im Bundestag kürzlich durchaus eine Homogurke verdient hat, geht unsere Auszeichnung erneut an die Grünen. Diesmal an Antje Vollmer, die sich in einem Beitrag des "Tagesspiegels" gegen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare ausgesprochen hat.
Vollmer argumentiert so, wie es die Union sonst besser kann: dumm. Zuerst bringt sie die generellen Argumente gegen eine Adoption (Kinder sollten ihre biologischen Eltern kennen), was ja alles zutreffend, aber das Thema nicht mal streifend ist. Dann: Kinder, die bei gleichgeschlechtlichen Pflegeeltern aufwachsen, seien mehr Diskriminierung ausgesetzt. Und es sei besser für sie, bei "Mama und Papa" aufzuwachsen.
Nun gibt es genügend Studien, die das Gegenteil belegen. Es ist sicher kein Glück für ein Kind, zur Adoption freigegeben worden zu sein, aber es ist sicher kein Unglück, bei schwulen oder lesbischen Eltern aufzuwachsen. Es mag Rabeneltern geben, hetero- wie homosexuelle, doch für den Großteil der schwulen und lesbischen Pflegeeltern gilt: für die Kinder sind sie kein Nachteil.
Vollmer macht ihre Argumentation selbst zunichte, indem sie anführt, dass die Paare als Einzelpersonen durchaus Kinder adoptieren können und die Partner das Kleine Sorgerecht besitzen. Denn wenn die Adoption quasi schon "durch" ist, ist es für das Kind sicherlich besser, wenn die Homo-Eltern auch die gleichen Rechte haben wie ein heterosexuelles Elternpaar.
Ansonsten klingt bei Vollmer ein Ansatz durch, der bei vielen SPD-Politikern vorherrschend ist: im Vergleich zu anderen Gruppen stehen Schwule und Lesben doch ganz gut da - schließlich habe man in den letzten Jahren Diskriminierung abgebaut. Schade, wenn die Grünen, von einem Vorzeigeschwulen abgesehen, sich nach und nach diese Argumentationslinie zu eigen machen.
Nun steht die Äußerung Vollmers vielleicht nicht mal für eine einzige Grünen-Politikerin. Mit der Forderung für eine gemeinschaftliches Adoptionsrecht gehen die Grünen gerne mal auf CSDs hausieren, im Bundestag spielte es in den Planungen der Koalition bisher keine Rolle. Es war die FDP, die kürzlich erstmals - neben viel gesetzgeberischem Schwachsinn - die Forderung mit in ein neues Gesetz zur Homo-Ehe packte - wohlwissend, dass die Koalition dem nie zustimmen wird.
Also, Volker Beck, nun hast Du noch ein paar Wochen bis zur Sommerpause des Deutschen Bundestages. Bis dahin gilt es, die versprochenen Gesetzeswerke (Homo-Ehe, Ergänzungsgesetz, Antidiskriminierungsgesetz) wie versprochen endlich und umfassend in den Bundestag einzubringen - nach dem FDP-Vorstoß und dem Vollmer-Rückschritt gehört dazu auch das gemeinschaftliche Adoptionsrecht. Wird daraus nichts, so gehört Ihr Grünen verbannt - vom CSD, aus unseren Herzen und von unserem Wahlzettel. (nb)
Links zum Thema:
» Vollmer-Beitrag im Tagesspiegel (30.05.2004)














