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Einzelkommentar zu:
Homo-Sex auf antiker Münze


#34 goddamnedliberalAnonym
  • 15.07.2009, 11:19h
  • Antwort auf #32 von Theisentheis
  • @Thesentheis

    1. Die 'Heilige Schar' der Thebaner hat ihre Entsprechung in den 'Gefährten zu Fuss' Alexander des Grossen. Es ist - aufgrund z. B. des zentral wichtigen Hyazinth-Kultes - wahrscheinlich, dass es ähnlliche homosozial-homosexuellen Strukturen auch in der Armee der Spartaner gab. Altrömische homophobe Sitten sind wiederum etwas anderes - auch im Militär. Obwohl die von Dir zitierten Spottverse gegen Caesar (Quelle ist die alte Klatschbase Sueton, der viel später lebte) auch nicht zu einer Kiesling-Affäre führten.

    2. Sicher hatten die Beziehungen auch bei den alten Griechen einen meist asymmetrischen Charakter, sie dienten aber der Festigung homosozialer Strukturen INNERHALB der Bürgerschaft, hatten nicht den Ausbeutungscharakter wie bei den Römern, wo gerade Bürgern die Hingabe an einen Mann verboten war.

    3. Slavenhaltung und Demokratie passten in den USA bis vor 150 Jahren auch wunderbar zusammen. Das ist zwar verwerflich, entkräftet aber nicht die Gleichrangigkeit innerhalb der Bürgerschaft.

    4. Die Stellung der Frau in der Antike ist wiederum ein anderes Kapitel. Da kann man sicher von Entrechtung sprechen, obwohl gerade der Fall der heidnischen Philosophin Hypatia, die 415 n. Chr. von einem christlichen Mob ermordet wurde, zeigt, dass die Frauenfeindlichkeit nach dem Sieg des Klerus noch schlimmer wurde...

    5. Zum Massaker von Thessaloniki: Dass es überhaupt zu dem Aufstand kam, hat wohl damit zu tun, dass die Verhaftung des Wagenlenkers dem Rechtsempfinden der griech. Bevölkerung zuwiderlief. Wäre sie schon paulinisch homphob gewesen, hätte ihr Held durch die Öffentlichmachung seines homosexuellen Begehrens sein Gesicht verloren und man hätte sich nicht so massiv für ihn eingesetzt (für solche Skandale gibt es bis ins 20. Jh. viele Beispiele). Ob das Massaker an der Stadtbevölkerung vom Kaiser angeordnet war oder nicht, darüber gibt es verschiedene Ansichten. Die verhängte Kirchenbuße spricht eher dafür. Der Bischof Ambrosius wollte wohl eine Machtprobe und nahm die Unverhältnismäßigkeit der Strafe zum Anlass dafür (siehe Adolf Lippold: Theodosius der Grosse).

    PS. Zu Hadrian und Antinoos: Stell Dir vor ein verheirateter amerikanische Präsident hätte einen jungen Liebhaber und würde ihn nach dessen Tod zum Gott erheben. Das wäre heute undenkbar, war in der hellenist. Welt möglich. Selbst christl. Missionare verglichen Antinoos noch mit Jesus, so populär war der Kult um ihn( Annika Backe: Antinoos. Geliebter und Gott.).
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