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- 13. Juli 2009 1 Min.
Religiöse Vertreter haben Einspruch gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Indiens eingelegt, der Homosexualität legalisiert hatte.
Das Hohe Gericht des eine Milliarde Einwohner zählenden Landes hatte Anfang Juli ein 148 Jahre altes Gesetz für verfassungswidrig erklärt, das Sex zwischen Männern unter Strafe stellte (queer.de berichtete). Scharfe Kritik erntete das Urteil von Vertretern der hinduistischen, muslimischen und christlichen Glaubensrichtung.
Jetzt haben mehrere Geistliche gegen diese Entscheidung offiziell Einspruch erhoben, unter ihnen Astrologe Suresh Kaushal: Er erklärte, dass die alten Schriften und Werte Indiens Homosexualität verbieten würden. Außerdem würde eine Legalisierung zur schnelleren Ausbreitung von Aids führen.
Auch Fernseh-Guru Baba Ramdew, der mit seinem Yoga-Shows Millionen erreicht, erklärte letzte Woche, dass das Homo-Verbot beibehalten werden müsse. Er sieht in Homosexualität einen "angeborenem Defekt" und einer "Krankheit". Derlei Beschwerden seien aber durch Medidation heilbar, warb der Guru.
Das Hohe Gericht hat nun die Regierung und Homo-Gruppen aufgefordert, zu dem Einspruch Stellung zu nehmen. In Indien kann gegen Entscheidungen des Obersten Gerichtshof Einspruch erhoben werden, allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Richter ihr Urteil nach einer Entscheidung revidieren. (dk)














