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- 29. Juli 2009 2 Min.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat das geplante irische Partnerschaftsgesetz kritisiert, weil es "Bürger zweiter Klasse" schaffe – der Gesetzentwurf ähnelt der deutschen "Homo-Ehe".
Die geplante Reform beinhaltet nicht die gleichen Rechte wie die (heterosexuelle) Ehe. Es wurde bereits Ende Juni von der Regierung vorgestellt (queer.de berichtete). So ist dort wie in Deutschland die Beibehaltung des Adoptionsverbots für Homo-Paare vorgesehen. Anders als hierzulande soll die "Civil Partnership" auch Heteros offen stehen, die nicht heiraten wollen.
"Die Regierung hat eine Ehe zweiter Klasse für Bürger zweiter Klasse geschaffen", erklärte Colm O’Gorman, Chef von Amnesty International Irland, bei einer Rede im nordirischen Belfast. Mit diesem Gesetz würde Diskriminierung auf Jahre festgeschrieben. Er kritisierte insbesondere, dass Gegner des Gesetzes das Bild des "schwulen Schwarzen Mannes" an die Wand malen würde. So haben Konservative argumentiert, dass die Homo-Adoption die Zahl der Abtreibungen erhöhen würde, weil Mütter Angst hätten, dass ihre Ungeborenen von schwulen Paaren adoptiert werden könnten. "Ein solches Gedankengut, das Schwule und Lesben als einen Fremdkörper ansieht, vor dem man Angst haben und sich verteidigen muss, hat keinen Platz in einer normalen Gesellschaft."
Laut Amnesty bedeutet nur die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben Gleichberechtigung. Dies hat die irische Regierung unter dem Verweis auf die Verfassung abgelehnt. Wie in Deutschland enthält auch die irische Verfassung eine Passage, in dem vom "besonderen Schutz" von Ehe und Familie die Rede ist.
Peter Tatchell, der bekannteste britische Homo-Aktivist, hat die geplante Einführung der Eingetragenen Partnerschaften in Irland abschätzig als "sexuelle Apartheid" bezeichnet (queer.de berichtete).
Irland galt lange Zeit als gesellschaftlich äußerst konservatives Land. Homosexualität ist erst seit 16 Jahren legal, das Verbot der Scheidung wurde vor 14 Jahren aufgehoben. Noch heute sind Abtreibungen in so gut wie allen Fällen verboten, so dass betroffene Frauen ins benachbarte Großbritannien ausweichen müssen. In den letzten Jahren kam es aber zeitgleich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung auf der einst bitterarmen zu Liberalisierungsschüben. Eine klare Mehrheit der Iren befürwortet inzwischen die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften. (dk)














