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Einzelkommentar zu:
Tel Aviv: Bewaffneter tötet 2 Menschen bei Coming-out-Treff


#87 hwAnonym
  • 03.08.2009, 16:23h
  • Antwort auf #84 von Ein Freund
  • Gut gesprochen. Menschliches Verspüren.

    Ich stieß da vor einiger Zeit auf einen guten Text einer
    israelischen Generalstochter, Mutter, Dozentin, die eines ihrer Kinder, ihre blühende Tochter, bei einem
    Selbstmordanschalg verlor. Es war einer der ersten
    in den Innenstädten.

    Mir kommt das nun ein paar Tage nach dem Blutbad
    an den jungen Menschen wieder in den Sinn.

    Schon gut möglich, dass die aufgeheizte, oder besser aufgehetzte innenpolitische Stimmung in Israel
    dazu beigetragen hat, daß eine Irrer glaubte jetzt Justiz für eine schweigende Mehrheit vollziehen zu können.

    Im Moment finden ja landesweit Razzien und Abschiebungen gegen illegale Arbeitskräfte statt. In den letzten Monaten fand eine Hetze und Gesetzgebung gegen arabische Israelis statt, dass Idioten sich bei ihren Plänen bestärkt fühlen könnten, in einem Land mit ausgeprägtem Hang zur Gewalt, ihnen Unliebsame zu beseitigen.

    Wenn man sich an die "Das Boot ist voll"-Kampagne hier erinnert und die Folgen, Rostock-Lichterhagen, brennende Häuser mit Menschen ausländischer Herkunft, sieht man klar den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Klima und Gewaltbereitschaft.

    Die Haaretz schrieb ja schon am 4.6.2009 Israel is controlled by religious fanaticism, Israel wird von religiösen Fanatikern kontrolliert.

    www.haaretz.com/hasen/spages/1090366.html

    Paulchen Panther wies schon mit seinem, wohl recht beachteten Beitrag vor nicht ganz zwei Monaten hin.
    Kommentar #6

    www.queer.de/detail.php?article_id=10561

    Aber zurück.

    Gute Beiträge zu dieser Gewaltkultur kommen von der Israelin Nurit Peled-Elhanan, Dozentin, Sacharow-Preisträgerin des Europäischen Parlamentes 2001.
    Nurit Peled-Elhanan ist die Tochter des verstorbenen israelischen Generals Mattiyahu Peled, der
    später in der Friedensbewegung eine sehr wichtige Persönlichkeit war.

    Nurit Peled-Elhanan:

    "Die Grausamkeit, die nicht in Worten auszudrücken ist, der ordnungsgemäße, erfinderische
    Missbrauch, den die besten jüdischen Gehirne zur Planung und Durchführung eingeführt haben,
    entspringt nicht von ungefähr. Sie sind die Frucht einer tiefgründigen und totalen Basiserziehung.
    Die Kinder in Israel werden innerhalb einer unnachgiebig rassistischen Weltanschauung erzogen.

    Die rassistische Weltanschauung stoppt nicht an den Check Points sondern regiert alle menschlichen
    Beziehungen in diesem Land.
    Die Kinder in Israel werden so erzogen, das Böse, das sie bestimmt sind, unmittelbar nach dem Ende
    ihrer Schulzeit auszuüben, als Notwendigkeit in der Realität zu sehen, in der sie berufen sind, ihre
    Rollen auszufüllen.
    Die Kinder in Israel werden dazu erzogen, internationale Abmachungen, menschliche und göttliche
    Gesetze und Befehle als leere Sprüche zu sehen, die auf uns nicht zutreffen. Israels Kinder wissen
    nicht, dass es eine Besetzung gibt. Sie lernen von den „Siedlungen“. Auf den demographischen
    Landkarten in ihren Geographiebüchern werden die besetzten Gebiete als Teil von Israel ausgewiesen
    oder sie sind weiße Flecken und als „Gebiete ohne Daten“ vermerkt, d.h. menschenleere Gebiete.
    In keinem israelischen Geographiebuch gibt es eine Landkarte mit den Grenzen des Staates Israel,
    denn die israelischen Kinder lernen, dass das reale geographische Land , das uns gehört, mit dem
    mythologischen Begriff zusammenfällt, der „Das Land Israel“ genannt ist, und von dem der Staat Israel
    nur ein kleiner und zeitlich begrenzter Teil ist.
    Die Kinder in Israel lernen, dass es in ihrem Lande Juden und Nichtjuden gibt, einen jüdischen Sektor
    und einen nicht jüdischen Sektor, jüdischen und nicht jüdischen Ackerbau, jüdische und nicht jüdische
    Städte. Wer sind diese Nichtjuden, was tun sie? Wie schauen sie aus. Macht es einen Unterschied?"
    ....
    Ich bin keine Politikerin; aber mir ist klar, dass die PolitikerInnen von heute die Schulkinder von gestern
    sind und die PolitikerInnen von morgen die Schulkinder von heute. Aus diesem Grund scheint es mir
    wichtig, dass diejenigen, die das Banner von Frieden und Gleichheit erheben, sich für Erziehung
    interessieren müssen, diese überprüfen und kritisieren müssen und vor dem zunehmenden Rassismus
    in der Diskussion über Erziehung und Soziales warnen müssen, Gesetze gegen rassistische Erziehung
    vorschlagen oder erneuern müssen und einen alternativen Rahmen errichten, innerhalb dessen eine
    Erziehung zu einem wahren und tiefen Wissen über den Anderen gegeben ist, das jede Möglichkeit
    zum gegenseitigen Abschlachten verhindern wird. Eine solche Erziehung muss uns das Bild kleiner
    Mädchen vor Augen halten, die in ihren festlichen Schuluniformen in Schmutz und Blut im Staub liegen,
    ihre kleinen Körper von Kugeln durchlöchert, die auf sie in Erfüllung korrekter Prozesse abgefeuert
    wurden. Wir müssen uns jeden Tag und in jeder Stunde die Frage der Anna Akhmatova vorlegen, die
    selbst ihren Sohn an ein mörderisches Regime verloren hat: „Warum reißt dieser Blutstrom das
    Blumenblatt von deiner Wange?“
    Jerusalem, 16. März 2006

    www.nahostfriede.at/Texte/060316Peled-Elhanan_Ueber%20Kinder
    .pdf
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