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  • 05. August 2009 14 2 Min.

Der britische Profi-Boxer Rob Newbiggin hat bekannt gegeben, dass er sich einer Geschlechtsanpassung unterziehen will – und danach als Frau weiterboxen möchte.

Der 44-Jährige aus Southport im Nordwesten Englands ist bereits seit rund 20 Jahren im Profigeschäft. Er erklärte nun, er sei intersexuell, d.h. sein Geschlecht könne nicht einwandfrei als männlich oder weiblich zugeordnet werden. Zwar sei er mit männlichen Geschlechtsorganen geboren worden, sein Körper habe aber stets das weibliche Hormon Östrogen produziert. Er wolle nun in dem Geschlecht leben, mit dem er sich identifiziere, so Newbiggin.

Am 14. August will er das letzte Mal einen Boxkampf als Mann bestreiten – danach geht es unters Messer. Er hat bereits beantragt, als Frau weiter boxen zu dürfen. Als neuen Vornamen hat er sich Mercedes ausgesucht.

Newbiggin erklärte, er sei durch seinen Adoptivvater an das Boxen herangeführt worden. Er habe einen äußerst männlichen Sport gesucht: "Mein Dad sagte mir, dass ich mich wie ein Mann verhalten müsse, denn mich akzeptiert keiner als irgend etwas anderes. Er hat versucht, mich zu beschützen", so Newbiggin gegenüber dem "Southport Visitor".

Youtube | Für den "Fox News Channel" ist die Intersexualität Newbiggins lediglich ein Witz.

Der Boxer ist seit drei Jahren mit seiner Ehefrau Emma verheiratet und hat drei Kinder. Die Familie will auch nach der Geschlechtsanpassung zusammen bleiben. Emma habe ihn stets unterstützt, erklärte Newbiggin. "Ich denke, dass ich als Frau ein besseres Elternteil sein kann", erklärte er weiter. "Als Mann habe ich mich nicht genügend um die finanzielle Stabilität in meiner Familie gekümmert." Nach der Geschlechtsanpassung denkt er neben Boxen auch an eine berufliche Veränderung; so will er modeln, malen und sich als Innenarchitekt versuchen.

Das Privatleben des Boxers wurde trotz des Familienzusammenhalts auf den Kopf gestellt. So erklärte Newbiggin, er habe sämtliche Freunde verloren, als diese von seinem Plan hörten. Auch manche Boulevardmedien schüren mit ihrer Berichterstattung Vorurteile. Am weitesten ging der amerikanische Meinungssender "Fox News Channel", in dem sich mehrere Moderatoren minutenlang Witze über die Geschlechtsanpassung machten und dem Sportler vorwarfen, er wolle eine Frau werden, weil er diesen dann "leichter den Hintern versohlen" könne. (dk)

#1 KimAnonym
  • 05.08.2009, 16:39h
  • # TRANSPHOBIE BEKÄMPFEN, JETZT!

    Nur wenige Menschen würden heute noch auf die Idee kommen zu behaupten, Homosexuelle wären eigentlich heterosexuell und hätten sich nur dazu entschieden schwul (oder lesbisch) zu werden. Vier Jahrzehnte nach dem Stonewall-Riot haben es Schwule und Lesben erfolgreich geschafft, klar zu stellen, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen nicht änder- oder sogar heilbar ist.

    Trotzdem sieht die Realität bei transsexuellen Menschen heute noch anders aus - ihr Wissen über ihr Geschlecht, das sich durch Aussagen wie "Ich bin ein Mädchen" oder "Ich bin ein Junge" ausdrückt, wird immer noch als psychische Störung betrachtet und als ebensolche der Öffentlichkeit verkauft. Es wird von Geschlechtsumwandlungen erzählt und behauptet, dass z.B. ein transsexuelles Mädchen vom "geschlechtsidentitätsgestörten Jungen" per Operation und Änderung von Rollenstereotypen zum "Mädchen wird", anstatt ihr eigentliches ursprüngliches Geschlecht anzuerkennen.

    ES GIBT MÄDCHEN, DIE MIT PENIS UND HODEN GEBOREN WERDEN (UND JUNGS MIT GEBÄRMUTTER)

    Hinter der institutionellen Transphobie steckt dieselbe Logik, die noch bis Anfang der 70er Homosexualität als "sexuelle Orientierungsstörung" gelten liess. Die gleichen Ansichten, die zu massiven Menschenrechtsverletzungen bei Schwulen und Lesben führten, sorgen auch heute noch bei transsexuellen Menschen für Diskriminierungen und Ausgrenzungen in der Gesellschaft. Diese Ausgrenzungen und Diskriminierungen finden sich wieder in der medizinischen Behandlung, in der transsexuelle Menschen entgegen ihrer Geschlechtsidentität behandelt werden (man behandelt z.B. Frauen wie geisteskranke Männer, die "Frauen werden wollen"), sie sind aber auch Teil der bundesdeutschen Gesetzgebung, die heute noch Zwangssterlisationen und per Gutachten den Zwang zur Diagnose "identitätsgestört" fordert, damit ein transsexueller Mensch rechtlich anerkannt leben kann.

    Die Gründe für diese institutionelle Transphobie sind dort zu finden, wo man sie kaum vermuten mag, nämlich bei Sexologen, die weiterhin tapfer jede biologische Erkenntnis über die biologische Vielfalt der Geschlechter (auch jenseits von xx und xy) leugnen. So hält man bis heute an der Ideologie fest, dass das biologische Geschlecht des Menschen einzig und alleine am Vorhandensein oder Fehlen eines Phallus abzulesen sei.

    ZITATE:

    Udo Rauchfleisch (Psychoanalytiker aus der Schweiz): "denn nach wie vor ist spürbar, dass der Trans-Mann kein »wirklicher« Mann und die Trans-Frau keine »wirkliche« Frau ist"
    (Transsexualität - Transidentität. Begutachtung, Begleitung, Therapie 2006)

    Sophinette Becker (Psychoanalytikerin aus Frankfurt): "Früher hat es mehr Männer gegeben, die Frauen werden wollten..."
    (Anfang 2008, ZDF)

    Bernd Meyenburg (Führt reparative Therapien an homosexuellen und transsexuellen Jugendlichen an der Uni-Klinik in Frankfurt durch): "Sie sehen doch, das Kind hat einen Penis, also ist es kein Mädchen"
    (Interview 2008)

    Wir fordern dazu auf, die institutionelle Transphobie der deutschen Sexologie aktiv zu bekämpfen. Wir fordern unser Recht auf unsere biologische Existenz ein. Wir fordern dazu auf, die Geschlechtsidentität transsexueller Menschen umfassend und uneingeschränkt zu respektieren.

    Keine Frau soll in Deutschland als "geschlechtsidentitätsgestörter Mann" behandelt werden, auch transsexuelle Frauen nicht.

    Kein Mann soll in Deutschland als "geschlechtsidentitätsgestörte Frau" behandelt werden, auch transsexuelle Männer nicht.

    Wir fordern den Respekt vor biologisch existenten Menschen in Medizin und Recht.

    MENSCHENRECHTE AUCH FÜR TRANSSEXUELLE MENSCHEN!

    AKTION TRANSSEXUALITÄT UND MENSCHENRECHT e.V.

    Der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. (ATME) ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die sich für Menschenrechte transsexueller Menschen einsetzt. ATME kämpft für ein Ende der Diskriminierung auf Grund der geschlechtlichen Identität.

    Gegründet wurde der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. im April 2008. ATME ist ein Zusammenschluss von transsexuellen Menschen, die auf Grund ihrer Besonderheit ähnliche Erfahrungen mit den medizinischen Behandlungen und gesetzlichen Regelungen gemacht haben und erkannt haben, dass die erlebten Menschenrechtsverletzungen keine Einzelfälle sind, sondern direkt oder indirekt aus den bestehenden Regelungen - wie dem ICD, dem DSM, den "Standards of Care" und dem deutschen "Transsexuellengesetz" - hervorgehen.

    Mit unseren Berichten an die Vereinten Nationen zu den Stellungnahmen der Bundesrepublik Deutschland zu internationalen Menschenrechtsabkommen, weisen wir auf die Verletzungen dieser Abkommen hin. Nach Aussagen der UN ist das Thema Transsexualität von wichtiger menschenrechtlicher Bedeutung, da hier Kernbereiche der Geschlechterfragen berührt werden und die Lösung der Probleme transsexueller Menschen direkt mit der Thematik "Gleichbehandlung der Geschlechter" zu tun hat.

    Die Menschenrechtsberichte sollen auch helfen, die Gesellschaft dahingehend zu sensibilisieren, dass Geschlecht nicht in allen Fällen über das Vorhandensein oder Fehlen eines Penis zu definieren ist. Voraussetzung für eine öffentliche Auseinandersetzung zum Thema Transsexualität und Geschlechtsidentität ist, dass Gesetze, wie das Transsexuellengesetz, in welchem Geschlecht letztendlich immer noch über die Genitalien definiert wird, geändert werden. So stellt auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Medien für die Probleme und Nöte transsexueller Menschen einen weiterern Schwerpunkt unserer Arbeit dar.

    Fremdgeschlechtszuordnungen anhand subjektiver Kriterien und Geschlechterstereotypen sind eine Verletzung der Menschenrechte. Wir setzen uns für ein echte und vollständige Anerkennung der geschlechtlichen Identität als Teil der Menschenwürde von Anfang an ein. Transsexuelle Menschen müssen zudem ein Recht auf sämtliche medizinische Leistungen haben, die nötig sind, ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.

    Ein Verein, wie Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. benötigt Mitglieder, vor allem aktive Mitglieder und finanzielle Unterstützer. Falls du also Lust hast, etwas zu tun, damit es endlich die geschlechtliche Identität eines jeden Menschen respektiert wird, auch wenn er keinen Stereotypen gehorcht, dann würden wir uns freuen, wenn du dich uns anschließt oder uns eine Spende zukommen lässt - oder einfach einmal auf unsere Website gehst:
    atme-ev.de

    "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren"
    (Art. 1, Satz 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).

    ATME e.V.
    Aktion Transsexualität und Menschenrecht
    Straßenäcker 9
    71634 Ludwigsburg
    atme-ev@email.de

    atme-ev.de

    TRANSSEXUALITÄT:

    Transsexuelle Menschen haben ein Wissen über ihr eigentliches Geschlecht. Dieses Wissen ist Ausdruck der biologischen Vielfalt der Geschlechter. Transsexuelle Frauen sind Frauen. Transsexuelle Männer sind Männer. Sie waren nie etwas anderes.

    RESPEKT VOR TRANSSEXUELLEN MENSCHEN HEISST: GESCHLECHTSUMWANDLUNGEN GIBT ES NICHT.
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#3 xyAnonym
  • 05.08.2009, 23:38h
  • Um nicht auch einen Sprechdurchfall zu bekommen, sage ich nur: Hau drauf, Kleines!
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#2 Katrin
  • 05.08.2009, 18:49h
  • Transsexualität ist ein viel komplexeres Thema als Homosexualität. Da man davon ausgehen kann, dass die Homorate unter Transsexuellen ähnlich hoch ist wie in der Allgemeinbevölkerung sind die meissten Transsexuellen nach der Geschlechtänderung auch noch homosexuell. Während Homosexuelle ihr Äusseres und ihren Lebensstil und das Umfeld beibehalten und "lediglich" irgendwann mal mit einem gleichgeschlechtlichen Partner(in) aufkreuzen, ist das ja noch das geringste Problem bei Transsexuellen. Leider stellen Transsexuelle eine viel zu kleine Bevölkerungsschicht da, als dass es sich lohnen würden hier ernsthafte Forschung zu betreiben und deshalb läuft das bei den Psychiatern und Medizinern und Gesetzgebern mehr nebenbei ab und nur sehr wenige sind Hauptberuflich in der Materie und können sich als Fachleute bezeichnen. Geht man mal von einer theoretischen Rate von einer Person in 10.000 aus reden wir gerade mal über 8.000 Menschen die betroffen sind. Und das es sich hier um Menschen handelt wird leider zu häufig übersehen. So konstruiert man dann aus Hilflosigkeit Mogelpackungen, die an den Menschenrechten und der Menschenwürde völlig vorbei gehen und die man hoffentlich bald in die gleiche Schublade wie Elektroschocks für die Behandlung von Schwulen stecken wird. Da wäre der Alltagstest von dem die Psychiatrie annimmt, dass er so drakonisch ist, dass man schon wirklich schwerste Störungen haben muss, also transsexuell sein muss, um ihn zu überstehen. Aus der Unfähigkeit herraus eine Transexualität verlässlich aus dem Lebenslauf und den Angaben der Person herraus zu diagnostizieren, wird hier die Person gezwungen ein Jahr im Gegengeschlecht zu leben, bis man gnädig bereit ist den Amtsakt der Geschlechtsänderung zu vollziehen. Dabei nimmt man billigend in Kauf, dass die Person dem Psychiater u. U. nur was vorflunkert und tatsächlich das Jahr im alten Geschlecht verbringt. Als viel größeres Problem kommt hinzu, dass die medizinische Geschlechtsanpassung wohl von vielen gewünscht wird, aber nicht von allen. Was also bei einigen befreiend ist ist bei anderen nichts weiter als eine Kastration mit allen psychischen Folgen und dass nur um den Vollzug des Amtsaktes zu erreichen. Unsere Psychiater und Politiker haben nun mal grosse Probleme mit der Vielfalt und alles muss in Klischees gepresst werden. Wenn schon transsexuell, dann doch bitteschön auch richtig und blos nicht halt machen irgendwo in der Mitte. Man bringt es einfach nicht fertig diesen 8.000 Menschen etwas mehr Freiheit einzuräumen als dem Normalbürger und über ihr Geschlecht selber bestimmen zu dürfen und selber über den Amtsakt zu bestimmen. Im Gegenteil: Wer von Gott schon genug mit der Geschlechtsidentität gestraft wurde und all den enormen Problemen die sich daraus ergeben, wird von den Christlichen Parteien, der FDP und der SPD auch noch obendrein mit dem Amtschimmel und allen möglichen Vorschriften und medizinischen Massnahmen belegt.
    Dabei hat England über das der Artikel berichtet vorbildliche Gesetze und Regelungen, gegenüber denen Deutschland als Entwicklungsland dasteht. Das heist der ungeheure Druck, der hier vom TSG erzeugt wird ist dort viel milder und die transsexuelle Person ist "lediglich" mit den gesellschaftlichen Problemen konfrontiert. Das fängt damit an, dass man den Namen per affidavit, also eidesstattliche Erklärung vor jedem Anwalt, Gericht usw. für kleine Münze ändert und dann im neuen Namen voll geschäftsfähig ist. Was bei uns also jahrelanger Beratung in Ausschüssen bedarf ist dort ganz einfach. Aber wir gehen ja immer gegen die betroffene Person vor und nicht in ihrem Sinne.
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