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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den schwul-lesbischen Jugendtreff in Tel Aviv besucht, in dem vor wenigen Tagen zwei Menschen erschossen wurden – er erklärte, dass es sich bei dem Anschlag um "Terrorismus" handele.

"Dass jemand einfach so in einen Jugendclub geht und einen Serienmord begeht – das trägt die Kennzeichen eines terroristischen Anschlages", erklärte der konservative Politiker. Darum sei die Attacke auch so schockierend gewesen. Er versicherte, dass allen Menschen in Israel die gleichen Grundrechte zustünden und mit Respekt behandelt werden müssten.

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Israel: 48 Prozent halten Homos für "pervers"

Derweil sorgt eine neue Umfrage für Wirbel, in der fast die Hälfte der Israelis angeben, sie betrachteten Schwule und Lesben als pervers. Die Zeitung "Haaretz" fragte nach dem Anschlag insgesamt 498 repräsentativ ausgewählte Bürger, ob sie Homosexualität als Perversion ansehen. 46 Prozent antworteten mit "ja", 42 Prozent mit "nein". Besonders hoch ist die Abneigung unter religiösen Israelis: 71 Prozent der orthodoxen Juden halten Schwule für pervers. Unter arabischen Israelis liegt die Ablehnung bei 64 Prozent. Aber nur 24 Prozent der Bürger, die sich selbst als "weltlich" bezeichnen, lehnen Homosexualität ab. Wegen der relativ geringen Anzahl der Umfrageteilnehmer gibt es eine Fehlertoleranz von 4,5 Prozent.

An vielen Orten gab es in den letzten Tagen Gedenkveranstaltungen, etwa auch in Berlin und Köln (queer.de berichtete). Das Berliner Überfalltelefon Maneo hat für Samstag um 19.30 Uhr zu einer weiteren Mahnwache vor dem Mann-O-Meter am Nollendorfplatz aufgerufen. (dk)

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#1 free_worldEhemaliges Profil
  • 06.08.2009, 20:22h
  • Ja, Herr Netanjahu, im Prinzip gebe ich Ihnen Recht. Bleibt nur noch zu klären, aus welcher religiös-Fanatischen Ecke der Täter kommt.

    Die, gerade von Israelischen Medien verbreitet Version, das der Täter im Orthodoxen Judentum zu finden sei, wurde ja schnell wieder unter den Teppoch gekehrt, obwohl bekannt ist, das bereits 2007 ein Orthodoxer auf dem CSD 3 Schwule erstochen hatte.
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#2 schwarzwaldbub
  • 06.08.2009, 21:23h
  • Chapeau, Herr Netanjahu – das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut! Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen und stellen Sie LGBTs in Israel den Hetera/o/s vor dem Gesetz gleich!

    Ich freue mich, dass der israelische Ministerpräsident in dieser Weise aktiv wird, obwohl über die Motive des Mörders noch keine Klarheit besteht. Solange wir die nicht haben, müssen wir wohl von einem homophoben Verbrechen ausgehen.

    Glas halb leer/ voll: Ich freue mich, dass über ein Viertel der orthodoxen Jüd/inn/en und über ein Drittel der Araber/innen in Israel uns nicht für pervers halten! Das hätte ich nicht erwartet.
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#3 SupraraAnonym
  • 06.08.2009, 21:27h
  • Wurde der CSD-Teilnehmer erstochen, ist also dem Attentat erlegen, oder mit dem Messer angeriffen worden? Letzteres macht das Verbr4echen nicht "besser", aber man sollte bei der Wahrheit bleiben und nicht lügen. Im übrigen hat Netanjahu bereits unmittelbar nach dem Verbrechen klar gemacht, das der Täter hart bestraft werden muss, egal aus welcher Ecke er kommt. Ein Abgeordneter der ultraorthodoxen Schass-Partei forderte sogar indirekt die Todesstrafe für den Attentäter (die es in Israel selbstverständlich nicht gibt).
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