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https://queer.de/?10871
  • 08. August 2009 13 2 Min.

Bis zu 70.000 Menschen haben am Samstagabend auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv den Opfern des Anschlags auf einen lesbisch-schwulen Jugendtreff gedacht. Bei dem Anschlag am Samstag zuvor hatte ein maskierter Mann das Feuer im Keller des Schwulen- und Lesbenzentrum eröffnet, als dort ein Treffen für schwule und lesbische Jugendliche stattfand. Ein 16-jähriges Mädchen und ein 26-jähriger Gruppenleiter wurden getötet, rund 15 weitere zumeist junge Menschen verletzt (queer.de berichtete).

Es waren auch gerade die jungen Menschen, die von der Veranstaltung in Erinnerung bleiben werden. Ein Teenager wurde im Rollstuhl auf die Bühne gebracht; er trug kurze Hosen, an beiden Knieen Verbände. Er hielt eine emotionale Rede, sein Gesichtsausdruck wechselte zwischen Trauer, Schmerz und Wut: "Dieses Zuhause, das ein sicherer Platz für Jugendliche war, wurde zu einem Schlachthaus." Dies sei der Tag, "um unsere Stille zu beenden, das Verstecken".

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Ein anderer Teenager sagte, er habe die ganze Woche Albträume gehabt. "Aber kein Mord wird uns am Coming-out hindern." Auch die junge Schwester des ermordeten Gruppenleiters Nir Katz sprach ermutende Worte in Richtung Jugendlicher.

Israels Staatspräsident Schimon Perez sagte in einer kurzen Ansprache, der Anschlag habe alle Isrealis getroffen: "Die Person, die die Pistole gegen Nir Katz, 26, und Liz Trobishi, 17, richtete, richtete sie gegen Sie alle, alle von uns, gegen mich." Kugeln würden die Prinzipien des Staates nicht ändern, jeder Mensch sei gleich und habe gleiche Rechte, "Mörder werden keinen Erfolg haben". Der Bürgermeister Tel Avis, Ron Huldai, zitierte Harvey Milk: "Lass die Kugel, die micht trifft, jede Schranktür zerstören". Zwischen den Redebeiträgen gab es bei der gut zweieinhalbstündigen Veranstaltung Gesangseinlagen, unter anderem von Dana International und Ivri Lider.

Youtube | Ausschnitt aus der Veranstaltung. Weitere Ausschnitte.

Drohungen im Vorfeld

Die Polizei ist in ihrem Bemühen, den Täter zu fassen, bislang nicht weiter gekommen. Am Nachmittag wurde ein 20-jähriger Soldat festgenommen, der Teilnehmern der Gedenkveranstaltung mit Granatenangriffen gedroht hatte. Bei Busunternehmen, die Teilnehmer aus dem ganzen Land nach Tel Aviv transportierten, seien weitere Drohungen eingegangen, berichten isrealische Medien.

Solidarität weltweit

Auf der ganzen Welt fanden am Samstag Gedenkveranstaltungen statt. In vielen europäischen Städten sollten Veranstaltungen zeitgleich zu dem Gedenken in Tel Aviv statt finden, darunter in London, Paris, Amsterdam und Madrid und am Berliner Nollendorfplatz. Bereits unter der Woche hatten Schwule und Lesben aus Deutschland in Berlin und Köln demonstriert (queer.de berichtete). (nb)

Youtube | Video von der Veranstaltung in Berlin von ErikSherwood. Es spricht Bastian Finke von Maneo.
-w-

#1 AxelAnonym
  • 08.08.2009, 22:18h
  • ".....Am Nachmittag wurde ein Soldat festgenommen, der Teilnehmern der Gedenkveranstaltung mit Granatenangriffen gedroht hatte....."

    Was soll man dazu noch sagen??

    Och habe mir die Gedenkfeier auf der HP angesehen - Livestream. Leider kann ich kein Häbräisch und sie war auch leider nicht untertitelt;-(, aber trotzdem ziemlich bewegend.
  • Direktlink »
#2 Jörg-HendrikAnonym
  • 08.08.2009, 22:55h
  • Danke an die Redaktion für die Möglichkeit die Veranstaltung mitverfolgen zu können, Dank für die aktuellen Berichte und Meldungen in der ganzen Zeit nach dem infamen Verbrechen.

    Bei aller Sachlichkeit ist da die Empörung immer noch zu spüren.
    In einer Welt mit nicht wenigen Betroffenheitsbürokraten, tut so etwas auch gut. Nochmals Danke.

    Gerade den jungen und jüngeren LGBTs in Israel
    wünsche ich bald die Meldung über den/die(?) gefaßten Täter.

    Ältere werden mit dem Bedrohungsgefühl wohl
    schon rationaler umgehen können.

    Gefreut hat mich die Anzahl der Teilnehmer in Tel Aviv.

    Sie zeigt, dass das infame Vebrechen klar als Anschlag auf die Zivilgesellschaft verstanden
    wurde.
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#3 Knueppel
  • 08.08.2009, 23:24h
  • Ich bin sehr bewegt und freue mich über die große Teilnehmerzahl, die Reden von Staatspräsident Schimon Perez und Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai sowie der Teenager.

    Unseren Brüdern und Schwestern in Tel Aviv spreche ich hiermit mein tiefes Mitgefühl aus und erkläre mich mit ihnen solidarisch.

    Diesen "Queer.de" Artikel habe ich zur Wochenzeitung "Der Freitag" verlinkt:
    www.freitag.de/community/blogs/sexpower/tausende-gedenken-de
    r-opfer-von-tel-aviv


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