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- 11. August 2009 3 Min.
Schwarz-Grün ist für Volker Beck offenbar ein Graus, denn er sieht den konservativen Homo-Gegner Norbert Geis (CSU) als Abbild der gesamten Union. Geis hatte zuvor im ZDF erneut gegen Homo-Rechte gewettert.
Im "Morgenmagazin" hat der CSU-Rechtsexperte am Dienstag erklärt, die Hetero-Familie mit Kind entspreche der "Erfahrung der Menschheit" und sei ein modernes Konzept für die Zukunft. Die Hetero-Ehe mit Kindern bezeichnete er als "Moderne", alles andere sei dagegen eine "Fehlentwicklung". Er bedauerte in diesem Zusammenhang die Rücknahme der Klage gegen Teile des Lebenspartnerschaftsgesetzes (queer.de berichtete). Gleichzeitig erklärte er aber, dass sich trotz dieser Entscheidung an der negativen Einstellung der CSU zum Thema Homo-Rechte nichts ändern werde. Die CSU hatte die Klage 2005 eingereicht, weil sie über die von Rot-Grün beschlossene Stiefkindadoption erzürnt war.
Auch andere CSU-Politiker, wie die bayerische Justizministerin Beate Merk, haben angekündigt, weiter gegen eine "schrittweise Gleichsetzung" von (Hetero-)Ehe und Eingetragenen Partnerschaften kämpfen zu wollen.
"Union will mit Vorurteilen Wahlkampf machen"
In diesen Aussagen sieht der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck das wahre Gesicht von CDU und CSU: "Geis steht leider für die Union", erklärte er. Besonders kritisierte der Kölner Bundestagsabgeordnete, dass Geis eine vom Bundesjustizministerium in Auftrag gegebene Studie zur Adoption als reif für den "Mülleimer" bezeichnete: "Es lohnt sich nicht, diese Studie zu lesen", so Geis. Die ironischerweise von bayerischen Staatsinstituten verfasste wissenschaftliche Arbeit kam zu dem Schluss, dass Kinder auch bei homosexuellen Eltern aufwachsen könnten und keinen Schaden nehmen oder Nachteile erleiden würden (queer.de berichtete).
"Das Vorurteil braucht keine Wissenschaft", kommentierte Beck und giftete gegen andere Unionspolitiker: "Wenn Volker Kauder von Selbstverwirklichungswünschen der Homosexuellen beim Adoptionsrecht schwadroniert oder Frau Merk sich gegen die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe wendet, dann ist eines klar: Die Union will mit Vorurteilen Wahlkampf machen. Bei ihr bleiben Lesben und Schwule Bürger zweiter Klasse." Schwarz-Gelb sei damit die Perspektive für Wähler, die erreichen wollten, dass es "mit der Gleichstellung der Lesben und Schwulen in Deutschland nicht vorangeht".
LSU will "sachlich-zielführenden Dialog" mit CSU
Die Lesben und Schwulen in der Union sehen ihre beiden Mutterparteien dagegen auf dem rechten Weg. Der LSU-Bundesvorsitzende Reinhard Thole erklärte, dass man nach der Klagerücknahme durch Bayern "auch mit der CSU in einen sachlich-zielführenden Dialog zum Thema Regenbogenfamilien und gemeinschaftliches Adoptionsrecht treten kann". Er bekräftigte, dass die LSU die Gleichberechtigung beim Adoptionsrecht eintreten werde. Die Ablehnung durch die bayerische Justizministerin sieht er als Missverständnis an: "Frau Dr. Merk sollte wissen, dass die Unionsparteien die Familie als eine Verbindung definieren, in der Eltern für Kinder und Kinder für Eltern Verantwortung, Geborgenheit und Liebe übernehmen. Das schließt auch die so genannten Regenbogenfamilien, also lesbische oder schwule Lebenspartnerschaften mit Kindern ein."
Der CSU-Politiker Norbert Geis ist seit 1987 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Aschaffenburg und gilt als schärfster Kritiker der Homo-Ehe im Parlament. Zu seinen Lieblingsfeinden gehört offenbar der Grüne Volker Beck. Diesem warf er erst im April "totalitäre Anwandlungen" vor, weil der offen schwule Abgeordnete den Psychotherapie-Kongress an der Uni Marburg kritisierte, an dem auch die "Heilung" von Homosexualität propagiert wurde (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» ZDF Mediathek: das Interview mit Geis















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