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  • 11. August 2009 15 3 Min.

Der Kölner Lesben- und Schwulentag kritisiert Einträge des OB-Kandidaten Markus Beisicht von "Pro Köln", der Gegenkandidaten als "schwule Sau" und "Schwuchtel" bezeichnet. Doch sind diese echt?

Von Norbert Blech

Der Ausrichter des Cologne Pride, der Kölner Lesben- und Schwulentag hat am Dienstag auf zwei schwulenfeindliche Einträge bei Twitter hingewiesen, auf die der Verein aufmerksam gemacht wurde. Unter dem Account "ProKoeln", der den Namen "Markus Wiener" trägt, wurde am Montag der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Kurth als "schwule Sau" bezeichnet.

Ein anderer Tweet kurz danach unter dem Namen des OB-Kandidaten von "Pro Köln" griff einen weiteren Gegenkandidaten an: "Und die FDP Schwuchtel Sterck kann ich langsam auch nicht mehr sehen! Noch 20 Tage. Dann sind diese Schwulis fällig!" In der Presseerklärung weist der KLuST darauf hin, dass er die Echtheit der Twitter-Meldungen nicht verifizieren kann. "Wir fordern Herrn Beisicht daher auf, von sich aus unverzüglich Aufklärung in diese Angelegenheit zu bringen und sich für den Fall, dass diese Nachrichten nicht von ihm stammen sollten, sofort und eindeutig davon zu distanzieren sowie zur Ermittlung des wahrhaft Verantwortlichen beizutragen", so Markus Danuser vom KLuST.

"Pro Köln" dementiert

Zu einer solchen Distanzierung ist es bis Dienstag abend offiziell nicht gekommen. Der Pressesprecher von "Pro Köln" und stellvertretende Vorsitzende Markus Wiener sagte allerdings auf queer.de-Anfrage, bei dem Account handle es sich um keinen der Partei. In Wirklichkeit sei dieser eingerichtet worden, um "Pro Köln" zu schaden. Man habe bereits versucht, sich bei Twitter über den Account zu beschweren. Von dem Inhalt der schwulenfeindlichen Tweets distanziere man sich selbstverständlich. Für die Aussage spricht, dass der vermeintlich offizielle Account der Partei nirgendwo verlinkt ist. Dafür sprechen auch Einträge wie "langsam geht uns das Geld aus" oder "ich werde Reichs-OB". Ein Web-Forum der Antifa kam kürzlich ebenfalls zu der Ansicht, der Account sei gefälscht.

Bleiben trotzdem zwei schwulenfeindliche Aussagen, die auch strafrechtlich relevant sind und nicht gerade ironisch bzw. satirisch abgefedert sind. An anderen Stellen ist vom "dreckigen Muselpack" die Rede oder wird zur DVU verlinkt. Ein Indiz, dass der Schreiber durchaus der rechten Ecke zugehörig sein könnte, zu der "Pro Köln" freilich auch gehört. Es ist noch nicht lange her, als die Partei zur Demonstration gegen den Kölner CSD aufgerufen (und diese in letzter Sekunde abgesagt) hatte. In den letzten Jahren, in der erkannt wurde, wie gut man vor allem mit Islamophobie punkten kann, mussten oft ausgerechnet Schwule als Begründung gegen Moschee-Bauten herhalten, diese hätten schließlich unter Muslimen nichts zu lachen.

Dabei ist Homophobie in der Partei auch heute noch hoffähig. Auf der Webseite des Arbeitskreises "Christen pro Köln", von der Partei prominent verlinkt, wird sich etwa über aus Steuergeldern finanzierte Anleitungen zum Rimming beschwert (gemeint ist die Aids-Präventionsseite von Herzenslust). An anderer Stelle mokieren sich Mitglieder im letzten Jahr erneut über den CSD: "Die CSD-Saison ist im Gange! Das ist die Jahreszeit, in der Berufsschwule und Eiferer von Stadt zu Stadt reisen, um dort an Maskerade-Umzügen oder in freizügiger Kleidung für angebliche 'Rechte von Homosexuellen' zu werben." Liest man Zeilen wie diese, verwundert es nicht mehr, dass die Pro-Köln-Vorsitzende Regina Wilden Stammautorin des christlich-fundamentalistischen Hetz-Portals kreuz.net ist.

Nachtrag, 12. August, 10:45 Die Webseite von Pro Köln enthält jetzt ebenfalls eine Distanzierung unter dem lustigen Titel "Guter Name von pro Köln für Hetze gegen Homosexuelle missbraucht". Der Vorsitzende von "Pro Köln", Markus Beisicht, distanziert sich von dem Inhalt der Twitter-Nachrichten und will Strafanzeige gestellt haben.

-w-

#1 mok120
  • 11.08.2009, 22:16hNürnberg
  • Schlimm dabei natürlich auch, dass man FDP-Schwuchtel eigentlich mit Bindestrich schreiben müsste. Wenn schon politisch unkorrekt und inhaltlich fragwürdig, dann dürfte wenigstens die Rechtschreibung stimmen.
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#2 karAnonym
  • 11.08.2009, 23:10h
  • Antwort auf #1 von mok120
  • Das die Rechtschreibung nicht stimmt, zeigt alleine schon eine gewisse Unwissenheit auf, Genauso wie der so verfasste Artikel. Warum sollte man dem Autor für die zukünftige Ausarbeitung noch einen Rat geben? Das versteht der eh nicht mehr, bei soviel "Übereifer".
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#3 DeutschlehrerAnonym
  • 12.08.2009, 07:22h
  • Antwort auf #2 von kar
  • Das “Das” am Anfang schreibt man mit zwei s.

    Nach “Unwissenheit auf“ kommt ein Punkt.

    “wie der so verfasste Artikel“ ist natürlich totaler Kauderwelsch.

    Hast du etwa getwittert, Tweety?
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