Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?10911

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt: Männer, die im Irak als schwul gelten, werden mehr und mehr zum Freiwild.

Der am Montag vorgestellte HRW-Bericht "They Want Us Exterminated" ("Sie wollen uns ausrotten") zeichnet auf 67 Seiten die gegenwärtige Lage für sexuelle Minderheiten im Land. "Dieser Bericht dokumentiert die Gewaltorgie gegen Männer im Irak, die für schwul gehalten werden oder sich in den Augen der Mörder einfach nicht männlich genug verhalten", erklärte Scott Long, der für den Themenbereich schwul-lesbische Rechte bei HRW verantwortlich ist.

Im Irak gibt es immer wieder Medienberichte über Exekutionen von Schwulen durch islamistische Milizen (queer.de berichtete). Prediger wiegeln die Gläubigen dabei immer wieder zum Hass auf Homosexuelle und andere "Verdorbene" auf. So erklärte der mächtige Schiiten-Führer und Politiker Muktada al-Sadr, dass er Homosexualität in seinem Land "auslöschen" wolle (queer.de berichtete).

- Werbung -

Schwule zu Tode gefoltert

Es sei unmöglich, die genaue Zahl der Todesopfer zu bestimmen. Es muss sich aber mindestens um mehrere hundert Exekutionen handeln, erklärte der HRW. In dem Bericht heißt es, dass Bagdad am härtesten von den Übergriffen auf Schwule betroffen sei. Viele Gerichtsmediziner sprechen auch von grausamen Foltermethoden. So hätten mehrere Ärzte gegenüber HRW bestätigt, dass Schwule an den Folgen des "iranischen Kaugummis" zu Tode gequält worden seien. Hier wird der Anus der Opfer zugeklebt und ihnen dann ein Getränk eingeflößt, das Durchfall erzeugt. Medien im Nahen Osten hatten bereits über diese Art der Folter berichtet (queer.de berichtete).

Erschwerend für schwule Iraker komme hinzu, dass es für viele nahezu unmöglich ist, in ein sicheres Land zu fliehen, da fast alle Nachbarn Homosexualität verbieten. So werden etwa Schwule in Syrien ebenfalls wegen ihrer Homosexualität verfolgt und eingesperrt. Eine Ausweisung in den Irak mit dem Hinweis auf die Sexualität des Flüchtlings komme demnach meist einem Todesurteil gleich.

HRW appelliert an die US-Truppen im Irak, sich für ein Ende der Verfolgung von Schwulen einzusetzen. Ferner müssten andere Länder außerhalb der Region helfen, schwule Flüchtlinge aufzunehmen.

Bis 2001 war Homosexualität im Irak de facto legal, dann erließ der damalige Diktator Saddam Hussein ein Verbot. Bei Wiederholungs-"Tätern" war die Todesstrafe möglich. Derzeit gibt es zwar kein ausdrückliches Homo-Verbot, allerdings können Schwule offiziell wegen "unsittlichem Verhalten" oder "Verbreitung von Krankheiten" belangt werden. (dk)

-w-

#1 FloAnonym
  • 17.08.2009, 16:34h
  • Schlimm schlimm in diesem Barbarenstaat...

    Umso wichtiger, dass endlich in Deutschland und der gesamten EU die sexuelle Orientierung als Verfolgungsgrund und Fluchtgrund anerkannt wird, so dass die Menschen, die die Flucht aus diesem unmenschlichen System schaffen hier einen sicheren Hafen als anerkannter Flüchtling haben und nicht wieder zurückgeschickt werden, wie schon so oft!!!
  • Direktlink »
#2 JensAnonym
  • 17.08.2009, 16:58h
  • Ich sag nur weg mit dem Islam das ist ja noch schlimmer als die Kirche, die Kirche tut ja noch was gutes indem sie armen hilft. Aber der Islam hilft niemanden die betreiben Gehirnwäsche und die Leute glauben an den Schei....

    Gruß Jens
  • Direktlink »
#3 goddamnedliberalAnonym
  • 17.08.2009, 17:17h
  • Antwort auf #2 von Jens
  • Also, Sozialabgaben sind im politischen Islam Teil des Systems. Sympathischer wird er aber dadurch auch nicht...

    Interessant ist ja, dass der Irak-Krieg ja angeblich das betroffene Land zum 'Lightfire of Democracy' machen sollte. Auf entsprechenden Websites wie 'Davids Medienkritik' wurde dann noch der demokratische Wiederaufbau des Irak als besser als der Deutschlands nach '45 hingestellt. War wohl nichts.

    Stattdessen gibt es Progrome gegen alle möglichen Minderheiten (neben Schwulen auch Christen)...

    Und es gab mindestens 150.000 Tote. Viel zuviel für ein Geschichtsexperiment, das solche 'Erfolge' zeitigt...
  • Direktlink »