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- 20. August 2009 1 Min.
Caster Semenya wurde bei der WM in Berlin Weltmeisterin beim 800-Meter-Lauf. Jetzt ist ihre Goldmedaille in Gefahr: Ein Geschlechtstest soll feststellen, ob die Südafrikanerin wirklich eine Frau ist.
Am Mittwoch gewann die 18-Jährige souverän ihren Wettkampf, doch da hatte der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) schon angeordnet, dass ein Geschlechtstest entscheiden muss, ob der Sieg rechtens war. Denn schon bei Semenyas Ankunft in Berlin hatten Sportler und Funktionäre getuschelt: Sie mache mit ihrer flachen Brust und ihrem muskulösen Körper eher einen männlichen Eindruck.
Schnell wird das Ergebnis nicht vorliegen: "Diese Art von Tests brauchen Monate, wir müssen eine ganze Reihe von Faktoren messen", erklärte IAAF-Sprecher Nick Davies. Dazu sei ein "Gremium von Wissenschaftlern" notwendig. "Außerdem geht es um mehr: Sie wuchs als Frau auf und wenn wir jetzt kommen und sagen: 'Sie sind ein Mann' müssen wir uns dessen sicher sein."
Das National Olympische Komitee Südafrikas (SASCOC) kritisierte die Spekulationen um das Geschlecht der Topathletin: "Wir verurteilen die Art und Weise, wie sie mit Spekulationen und Anschuldigungen konfrontiert worden ist, ausgerechnet an dem Tag, an dem sie in ihrem ersten großen Wettkampf im Finale läuft", erklärte SASCOC-Präsident Gideon Sam. (cw)
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