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  • 24. August 2009 47 2 Min.

Homosexuelle Geistliche in der Evangelical Lutheran Church in America müssen nicht länger zölibatär leben, hat die Hauptversammlung der Kirche beschlossen – jetzt drohen Konservative mit der Spaltung.

Beim Treffen lutherischer Geistlicher in Minneapolis befürwortete die Kirchenleitung mit 559 gegen 451 Stimmen, dass homosexuelle Angestellte künftig gleich behandelt werden wie heterosexuelle. Bislang durften Schwule und Lesben nicht sexuell aktiv sein.

Die Kirche verlangt von homosexuellen Pfarrern aber, dass sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben. Offene Beziehungen oder ähnliche alternative Lebensweisen können weiterhin zur Kündigung führen.

Kritiker der Öffnung gegenüber Homosexuellen drohten bereits vor der Entscheidung mit der Kirchenspaltung: "Ich verstehe nicht, wie die Kirche, der ich seit 30 Jahren uneingeschränkt diene, etwas gut heißen kann, was Gott verdammt", erklärte etwa Pfarrer Richard Mahan aus West Virginia. "Die Mehrheit der Gläubigen in meiner Gemeinde wird die Kirche verlassen, wenn dieser Entscheidung zugestimmt wird."

Pfarrer: Gott hat Tornado gegen Homos geschickt

Ein Baptistenpfarrer aus Minneapolis glaubt sogar, dass Gott persönlich gegen die Homo-Entscheidung intervenieren wollte: John Piper erklärte nach Angaben des Lokalsenders WCOO, dass ein Tornado, der seine Kirche teilweise zerstört hatte, eine "sanfte aber bestimmte Warnung" an die Lutheraner sei. Würde sie nicht davon absehen, "die Sünde zu legitimieren", würden weitere Tornados auf christliche Kirchen niedergehen.

In den USA bekennen sich insgesamt rund fünf Millionen Gläubige zur Evangelical Lutheran Church in America. Sie ist damit die viertgrößte protestantische Glaubensgemeinschaft im Land.

Zuletzt hat die anglikanische Kirche in den Vereinigten Staaten mit ihrer homofreundlichen Haltung für Aufregung gesorgt (queer.de berichtete). Die weltweit agierenden Kirche mit insgesamt rund 80 Millionen Mitglieder ist tief gespalten zwischen Homo-Befürwortern, die meist aus westlichen Ländern stammen, und erbitterten Homo-Gegnern aus Afrika und Asien. Auch hier drohen homofeindliche Kräfte mit einer Abspaltung und der Gründung einer homofeindlich eingestellten Kirche. (dk)

-w-

#1 TimmAnonym
  • 24.08.2009, 16:36h
  • Eine weitere gute Meldung aus den Reihen der protestantischen Kirchen.

    Neben der Zulassung einer Resolution für offen homosexuell in einer Partnerschaft lebender lutherischer Pfarrer wurde des Weiteren eine Resolution zur theologischen Anerkennung von Homosexualität letzte Woche in Minneapolis verabschiedet. Danach sind zukünftig in der ELCA Segnungsgottesdienste möglich.

    Auch einige andere christliche Kirchen in den USA, wie die United Church, die anglikanische Episcopalchurch, die Presbyterian Church sowie die Unitarier haben diese akzeptierenden und befürwortenden Positionen zu homosexuellen Paaren offiziell bezogen.

    Ebenso stark diskutiert wird derzeit das Thema bei den Methodisten oder der Moravian Church (Hernhuter Brüdergemeine).

    Demgegenüber verbleiben andere christliche Kirchengemeinschaften wie die Mormonen, die Zeugen Jehovas, die römisch-katholische Kirchenleitung sowie grosse Teile der Pfingstbewegung oder der Baptisten in den USA weiterhin sehr negativ eingestellt, wenn es um das Thema der Anerkennung homosexueller Paare geht.

    Fazit: Bei diesem Thema geht ein tiefer Riss duch die christlichen Kirchengemeinschaften.
    Aber immerhin die Lutheraner schaffen die theologische Anerkennung homosexueller Paare jetzt als weitere christliche Denomination.

    Als homosexueller Mensch sollt man sich daher genau aussuchen, in welcher Kirche man Mitglied ist. Es gibt "gute" und "schlechte" christliche Kirchen beim Thema "Homosexualität".
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#2 lotusEhemaliges Profil
#3 Katrin
  • 24.08.2009, 17:39h
  • Auch wenn ich mit Kirchen und Religionen nichts am Hut habe, lese ich erfreut, dass zumindestens einige Kirchen die Fähigkeit haben, die ohnehin weit verbreitete Akzeptanz der Homosexualität in den Kirchenalltag aufzunehmen und sich für die gesellschaftliche Gegenwart zu positionieren.
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