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- 01. September 2009 2 Min.
In einem bereits am Freitag veröffentlichten Interview hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut gegen ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen.
In dem Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte sie, in den Bereichen der Familienpolitik wie auch in der Diskussion um Stammzellen oder Patientenverfügungen sei die CDU dem "'C', also dem christlichen Menschenbild, verpflichtet". Auf die Frage, wo es zur FDP Unterschiede in der Familienpolitik gebe, sagte die Kanzlerin: "Da ist zum Beispiel die Frage der Adoption von Kindern auch für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, die von Union und FDP unterschiedlich debattiert wird. Die Aufrechterhaltung des Ehegattensplittings ist in diesem Zusammenhang eine weitere Frage. Sie ist uns wichtig, um den besonderen Schutz der Ehe zu unterstreichen. Hier hat die Union klare Prinzipien."
Zwei Auftritte vor Katholischen Akademien
Bereits im März hatte sich Angela Merkel gegen eine Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft ausgesprochen (queer.de berichtete). "Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft", hatte sie bei einer Rede vor der Katholischen Akademie in Berlin erklärt. "Die CDU hat es in ihrem Grundsatzprogramm so festgelegt: Familie ist, wo Eltern für Kinder und Kinder für Eltern dauerhaft Verantwortung übernehmen. - Das ist ein sehr anderer Satz als der Satz: Familie ist, wo Kinder sind". Anderen Lebensgemeinschaften zollte sie zwar "Respekt", allerdings schränkte sie sogleich ein: "Respekt ist nicht Gleichstellung". Zudem sprach die Kanzlerin bereits damals von der besonderen Rolle des "C" in ihrer Partei, das auch in der Familienpolitik gestärkt werden müsse.
Im Juli trat Merkel vor der Katholischen Akademie in München auf und sagte über ihre Parteimitglieder, dass "wir die Ehe für die verlässlichste Form des Zusammenlebens und des Verantwortung-Lebens halten", weshalb der Schutz der Ehe weiter im Grundgesetz verankert sein sollte. "Es ist richtig, dass wir damit eine bestimmte Besserstellung bei der Entscheidung für eine eheliche Gemeinschaft nicht nur in Kauf nehmen, sondern bewusst wollen. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht auch anderen Gemeinschaften zuwenden und dass wir nicht auch Alleinerziehende aufnehmen." Im folgenden Satz spielt sie Eheleute gegen Alleinerziehende oder auch Lebenspartnerschaften aus: "Es ist also nicht so, dass wir diese Lebensmodelle sozusagen negieren und den Menschen, die nach diesen Modellen leben, keinen Halt geben. Das heißt aber schon, dass sich diejenigen, die sich zu einer Ehe entscheiden und in einer Ehe ihre Kinder erziehen, nicht als Minderheit in unserem Lande fühlen sollen, während andere sozusagen die geballte Aufmerksamkeit des Staates bekommen." (nb)
Links zum Thema:
» Das KNA-Interview bei domradio.de
» Rede Merkels in München










Pfui CDU/CSU! Pfui schwule Unionswähler!