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Was Westerwelle, Nahles, Özdemir und Gysi Deutschlands Schwulen und Lesben versprechen

Von Carsten Weidemann

Drei Wochen bis zur Wahl 2009 - noch immer sind viele unentschieden. Wer setzt sich zum Beispiel am meisten für Schwule und Lesben ein? Das wollten die drei Homo-Magazine des Jackwerth-Verlags wissen.

In den aktuellen Ausgaben von DU&ICH, L-Mag und Siegessäule stehen FDP-Chef Guido Westerwelle, SPD-Vorstandsmitglied Andrea Nahles, Grünen-Chef Cem Özdemir und Linken-Fraktionschef Gregor Gysi Rede und Antwort. Einen Spitzenpolitiker der Union bekamen die Kollegen des Jackwerth-Verlags nicht vors Mikrofon.

Die erstaunliche Bilanz der Gespräche: Öffnung der Ehe und ein umfassendes Adoptionsrecht - SPD, FDP, Grüne und Linke versprechen die völlige rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Damit hätten die Belange homosexueller Menschen schon jetzt eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag.

"Ich habe mein Leben nie im Schrank verbracht", sagt Guido Westerwelle. "Ich habe es nur nicht ins Schaufenster gestellt." Im Interview gibt der Vorsitzende der FDP, der Deutschlands erster offen schwuler Außenminister werden könnte, auch private Einblicke: "Mein Partner und ich leben ganz unaufgeregt unser Leben. Vielleicht ist die Selbstverständlichkeit, mit der wir das tun, für manchen jungen Schwulen ermutigend."

"Ich bin schwul-lesbisch sozialisiert", verrät Andrea Nahles überraschend, "das ist in meiner direkten Umgebung einfach so passiert." Berührungsängste mit Homosexuellen hat die SPD-Politikerin nicht. "Ich habe als heterosexuelle Frau auch Erfahrung mit Diskriminierung gemacht." Umfassend berichtet Nahles über Coming-out-Probleme von lesbischen Politikerinnen und über das Verhältnis des SPD-Kanzlerkandidaten zu Homosexuellen: "Frank-Walter Steinmeier hat damit kein Problem. Den habe ich in der Beziehung immer als extrem entspannt, offen und tolerant empfunden."

Grünen-Chef Cem Özdemir wiederum gibt sich selbstbewusst und kämpferisch "2001 haben wir die SPD dazu gebracht, mit uns die Eingetragene Lebenspartnerschaft umzusetzen. Wir würden dieses Projekt nun gerne vervollständigen, da wir mitnichten am Ende unserer Träume sind." Allerdings gesteht er auch eine private Schwäche: "Meine Frau macht oft Witze darüber, dass ich meist der Letzte bin, der merkt, ob jemand lesbisch, schwul oder hetero ist."

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Gregor Gysi, fordert im Interview eine Rehabilitierung der in Deutschland nach Paragraf 175 verurteilten Männer: "Verlassen Sie sich darauf, dass ich hier engagiert bleibe. Auch als Anwalt." Privat gesteht Gysi: "Mir ist mal erklärt worden, homosexuelle Neigungen seien mit 16 was Normales. Hatte ich nicht, vielleicht bin ich ja diesbezüglich anormal."

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-w-

#1 YAVANNAHAnonym
  • 06.09.2009, 11:22h
  • "Einen Spitzenpolitiker der Union bekamen die Kollegen des Jackwerth-Verlags nicht vors Mikrofon."

    hilfe. und dann gibt es auf gayromeo gruppen für schwule in der union...hilfe. was für idioten.
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#2 RobDNAnonym
  • 06.09.2009, 12:32h
  • Vor der Wahl ist nicht nach der Wahl....

    Ich finde es persönlich immer wieder erschütternd wenn im Freundeskreis über Politik gesprochen wird und der Eindruck entsteht das die Grünen quasi die schwule Partei schlechthin sind.

    Homorechte sind wichtig aber nicht alles im Leben was nutzen mir Rechte wenn ich wirtschaftliche und soziale Zustände wie in der dritten Welt habe ?

    Ich kann jedem nur den Wahlomat ( www.wahl-o-mat.de/) ans Herz legen und mancher wird, genau wie ich auch, überrascht sein welches Ergebnis er für seine Wünsche, Vorstellungen und Ziele bekommt.
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#3 goddamnedliberalAnonym
  • 06.09.2009, 14:22h
  • Antwort auf #2 von RobDN
  • "Homorechte sind wichtig aber nicht alles im Leben was nutzen mir Rechte wenn ich wirtschaftliche und soziale Zustände wie in der dritten Welt habe "

    Mit welcher Muttermilch bekommt man denn solche Urängste eingeflößt? Liegen Norwegen oder andere skandinav. Länder in der 3. Welt oder an der Qualitätspitze fast jeden internationalen Rankings? Wo hätte jemals eine Mitte/Links-Regierung ein entwickeltes Land in die dritte Welt zurückgeschleudert? Auch als Beispiel für einen spürbaren wirtschaftl. Niedergang fällt mir nur das England der 60er und 70er Jahre ein.

    Zustände wie in der 3. Welt verursachen v.a. neoliberale Regime, die Mittelschichtgesellschaften Lateinamerikas (Chile, Uruguay) in die dritte Welt zurückgeworfen bzw. dafür gesorgt haben, dass man in den USA oder England Inseln von 3. Welt vor der eigenen Haustür vorfindet.

    Auch (und gerade) die hier vielzitierten Penthouse-Bewohner sollten das unschön finden.
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