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- 08. September 2009 2 Min.
Die Deutsche Aids-Stiftung und die Deutsche Aids-Hilfe kritisieren die Präventionskampagne des Vereins Regenbogen, bei der das Virus mit Diktatoren wie Adolf Hitler und Joseph Stalin in Zusammenhang gebracht wird: Sie schade der Prävention, stigmatisiere Positive und verhöhne NS-Opfer.
In kurzen Werbevideos werden die historischen Despoten beim Sex gezeigt, anschließend erscheint der Slogan: "Aids ist ein Massenmörder". Die Kampagne, die ab sofort im deutschen Fernsehen zu sehen ist, wurde bereits international kritisiert, unter anderem von der britischen Aids-Hilfe (queer.de berichtete).
"HIV-positiv gleich (Massen-)Mörder"
Jetzt hat auch die Deutsche Aids-Stiftung in Bonn erklärt, der Werbespot zeuge "nicht nur von schlechtem Geschmack", sondern schade auch der Prävention: "Die wenigsten Zuschauer werden bei der Darstellung Adolf Hitlers an das HI-Virus denken. Viel naheliegender ist die Gleichung: HIV-positiv gleich (Massen-)Mörder", erklärte die Stiftung am Dienstag in einer Mitteilung. Die Kampagne leistet damit der Stigmatisierung HIV-positiver Menschen Vorschub. "Gleichzeitig ist sie geeignet, bei allen anderen Menschen Unsicherheit und Ängste zu schüren. Das Ziel der Urheber wird so nicht erreicht, nämlich den Trend zum ungeschützten Geschlechtsverkehr zu stoppen."
Die Werbespot sei auch aus historischen Gründen "untragbar", erklärte die Stiftung weiter: "Männer die Sex mit Männern haben, wurden von den Nationalsozialisten grausam verfolgt. In Deutschland zählen sie zur am stärksten von HIV betroffenen Gruppe. Es ist eine Verhöhnung der NS-Opfer und dieser Männer, sie durch einen 'Aufklärungsspot' mit Adolf Hitler in der Hauptrolle schützen zu wollen".
Ulrich Heide vom Vorstand der Aids-Stiftung sagte, er wünsche sich statt des Hitler-Filmchen "Spots mit sachgerechter Aufklärung über den Schutz vor HIV, von denen sich die Zuschauerin und der Zuschauer gleichzeitig emotional angesprochen fühlt". Es müsse zudem weiterhin für die Solidarität mit den Betroffenen geworben und deren Stigmatisierung verhindert werden.
Auch die Deutsche Aids-Hilfe sprach sich für den sofortigen Stopp der Kampagne aus. Eine gute HIV-Prävention sei nur dann erfolgreich, wenn sie die Lebensstile ihrer Zielgruppen anerkenne, sachlich über Infektionsrisiken informiere und somit zum Schutz gegen HIV motiviere, erklärte Guido Schlimbach von der Aids-Hilfe NRW. (dk)
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Ich finde das Video gut. Beschämend finde ich, dass von den krtikern Menschen mit dem HIV Virus schlechter gestellt werden als NS Opfer. Was den NS Opfern angetan wurde ist eine schlimme Sache und nicht wieder gut zu machen. Aber wer hat das Recht, Menschen mit HIV Erkrankung als minderwetiger hin zu stellen ? Den vergleich als beleidigung zu sehen ist üble Diskriminierung. Aber so ist der Lobbyismus.
Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verurteilte die Kampagne scharf. Diese sei "geschmacklos und kontraproduktiv", sagte BZgA-Sprecherin Marita Völker-Albert. Seriöse Prävention arbeite nicht mit Schockeffekten, sondern ziele auf eine langfristig stabile Verhaltensänderung.
Wen wundert es, dass das BZgA solch eine fundamentalistische Flosgel benutzt, wenn Deeutschland von einer verkorksten CHRISTLICHEN partei regiert wird, welche Bananenpolitik betreibt ?