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- 09. September 2009 2 Min.
Christliche Nächstenliebe: In den USA sammelt die katholische Kirche Geld gegen die Homo-Ehe – protestantische Pfarrer beten sogar für den Tod von Präsident Barack Obama.
Der katholische Bischof Richard Malone hat angeordnet, dass am kommenden Sonntag eine Sonder-Kollekte in den Kirchen erhoben werden soll. Mit den Extra-Einnahmen will er dafür werben, die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im Bundesstaat Maine in letzter Sekunde zu verhindern. Dazu soll etwa Radio- und Fernsehwerbung geschaltet werden.
Das Parlament hat die Gleichberechtigung im Eherecht erst im Mai beschlossen (queer.de berichtete). Gegner haben allerdings bereits erwirkt, dass ein Volksentscheid im November darüber entscheiden soll, ob Schwule und Lesben heiraten dürfen.
Die direkte Demokratie war bereits im November letzten Jahres dafür verantwortlich, dass die bereits geöffnete Ehe in Kalifornien wieder auf heterosexuelle Paare beschränkt wurde. Eine knappe Mehrheit sprach sich damals für den "Schutz der heterosexuellen Ehe" aus (queer.de berichtete). Insbesondere Spenden der Kirchen – speziell der Mormonen – haben zu der Niederlage der Homo-Aktivisten geführt. Diesen Erfolg wollen die Katholiken in Maine wiederholen. Derzeit ist der Ausgang dieses Referendums noch völlig offen.
Pfarrer: Obama muss sterben
Mehrere radikale protestantische Pfarrer haben derweil erklärt, sie beteten für den Tod von Präsident Barack Obama. Als Grund nannten sie neben seiner Unterstützung für Eherechte vor allem das Thema Abtreibung. Sie kritisieren den Präsidenten, weil er sich gegen ein generelles Abtreibungsverbot ausgesprochen hat.
"Ich denke, es ist richtig, für den Willen Gottes zu beten", erklärte etwa der Baptistenpfarrer Wiley Drake aus Buena Park (Kalifornien) bei "Fox News Radio". "Wenn Obama sich nicht ändert, werde ich Gott fragen, dass er die in der Heiligen Schrift niedergeschriebenen Wort vollstreckt und den Tod Obamas hervorruft".
Auch Pfarrer Steven Anderson aus Phoenix (Arizona) wünscht Obama das frühzeitige Ableben: "Ich will nicht, dass er ein Martyrer wird. Wir brauchen keinen weiteren Feiertag. Ich will, dass er stirbt wie Ted Kennedy – an einem Gehirntumor", erklärte er bei einer Predigt, die bereits zu Protesten vor seiner Kirche geführt hat. Auch der Inlandsgeheimdienst soll Medienberichten zufolge auf den Gottesmann aufmerksam geworden sein. Senator Kennedy, auf den Anderson sich beruft, ist am 25. August gestorben; auch er galt wegen seiner liberalen Ansichten als rotes Tuch für viele konservative Christen.
In den USA haben – gegen den Widerstand aller großen Kirchen – bislang die Staaten Connecticut, Iowa, Massachusetts und Vermont die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet. In New Hampshire sollen Homo-Paare ab dem 1. Januar 2010 heiraten dürfen. (dk)















Das zeigt, wie sehr solche Fanatiker, wie dieser Baptistenpfarrer einen an der Waffel haben.