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- 10. September 2009 2 Min.
Nach dem Repräsentantenhaus hat nun auch der Senat Uruguays mit deutlicher Mehrheit die Gleichstellung von Homo-Paaren im Adoptionsrecht beschlossen – das Gesetz sei eine Erweiterung der Kinderrechte, erklärte eine Senatorin.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP stimmten 17 Senatoren für das Gesetz, sechs votierten dagegen. Bereits zuvor hatte sich das Repräsentantenhaus mit 40 gegen 13 Stimmen für die Homo-Adoption entschieden (queer.de berichtete). Der sozialistische Präsident Tabaré Vázquez hat angekündigt, das Gesetz unterschreiben zu wollen.
"Das Gesetz gibt Kindern mehr Rechte, nicht Erwachsenen", erklärte Senatorin Margarita Percovich nach der Zustimmung durch das Parlament. "Es macht den Adoptionsprozess einheitlich und beendet bestehende Diskriminierung".
Kirche: "Gott schuf Mann und Frau"
Größter Gegner der Gleichstellung ist die katholische Kirche, die die Entscheidung des Senats bedauerte: "Von der Schöpfungsgeschichte angefangen heißt es in der Bibel: ‚Gott schuf Mann und Frau’", erklärte Bischof Paul Galimbertti. "Die Meinung der Kirche ist bei diesem Thema eindeutig. Es gibt keinen Beweis, dass Adoption durch Homosexuelle etwas Positives ist." Erzbischof Nicolas Cotugno begründet die Ablehnung der Gleichstellung mit dem "Respekt vor der menschlichen Natur", die sich nur mit heterosexuell verheirateten Eltern entfalten könne.
Uruguay gilt schon länger als Vorbild in Sachen Gleichstellung für den gesamten Kontinent. So setzte es gegen den Widerstand der Kirche bereits im Jahr 1907 das Recht auf Scheidung durch, seit 1932 dürfen Frauen wählen. Homosexualität wurde 1934 legalisiert – und damit 35 Jahre eher als in Deutschland. Einzig bei Abtreibung ist das Land rückständig und hält ein Totalverbot aufrecht.
Beim Thema Homo-Rechte ist Uruguay das fortschrittlichste Land in Südamerika. Bereits 2007 stimmte Präsident Vázquez der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften zu (queer.de berichtete) – und machte es somit zum ersten und bislang einzigen Staat auf dem Teilkontinent, in dem Homo-Partnerschaften landesweit anerkannt werden. Im Mai dieses Jahres schaffte die Regierung zudem das Homo-Verbot im Militär ab (queer.de berichtete).
In Deutschland ist die Adoption durch Homo-Paare verboten. Eingetragene Lebenspartner können seit 2004 lediglich das leibliche Kind ihres Partners adoptieren, sofern das andere Elternteil zustimmt. (dk)














