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https://queer.de/?11125
  • 30. September 2009 16 1 Min.

Die Polizei appelliert in Hamburg an Opfer antischwuler Gewalt, die Tat den Behörden zu melden; noch immer sei die Anzeigebereitschaft aufgrund der Angst vor "rosa Listen" sehr gering.

"Die Polizei kann nur handeln, wenn sie auch Hinweise bekommt", erklärte Eckhard Carrie, einer von vier Ansprechpartnern der Hamburger Polizei für Schwule und Lesben, gegenüber der Tageszeitung "Welt". Besonders ältere Schwule glaubten, dass die Behörden weiterhin auf "rosa Listen" die Homosexualität von Bürgern vermerken würde. Zuletzt hatte es 2005 Streit um rosa Listen gegeben, als mehrere Bundesländer die Speicherung des Merkmals "Homosexualität" in besonderen Fällen propagierten (queer.de berichtete).

Anlass für die Forderung der Polizei war ein Überfall auf einen 27 Jahre im Rollstuhl sitzenden US-Studenten: Er wurde am Sonntagmorgen im Hamburger Stadtteil St. Georg offenbar für schwul gehalten und mit homophoben Sprüchen beleidigt ("Seid ihr Schwuchteln oder was"). Als er sich vom Ort entfernen wollte, warfen die südländisch aussehenden Täter den Rollstuhl um und traten ihm gegen den Kopf. Er musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden.

Zuletzt gab es vermehrt Berichte über homofeindliche Überfälle in Berlin (queer.de berichtete). Deshalb wurde in der Hauptstadt das "Bündnis gegen Homophobie" gegründet (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FloAnonym
  • 30.09.2009, 13:22h
  • Da kann ich mir nur anschließen:
    teilweise ist da die Scham leider immer noch sehr groß (was auch auf das Konto von Union und anderen Hassverbreitern geht). Vor allem, wenn Leute, die auf Cruising und so stehen, dabei überfallen werden oder von Callboys ausgeraubt werden, ist die Scham sicher sehr groß!!

    Dennoch sollte man jeden Vorfall schnellstmöglich zur Anzeige bringen:
    nicht nur um sich selbst und andere zu schützen, sondern auch damit die Täter nicht gewinnen und einen auch noch einschüchtern.

    Und selbst, wenn ein Täter nicht gefasst wird, ist es wichtig, dass das Ausmaß antischwuler Gewalt bekannt wird, damit Politik, Justiz und Gesellschaft erkennen, dass das tatsächlich ein großes Problem ist und man endlich gegensteuern muss.

    Deshalb:
    jeden antischwulen Übergriff, jede Gewalt, jede Beleidigung sofort anzeigen!!
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#2 Good ol friendAnonym
  • 30.09.2009, 14:48h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • Erschreckend und bedauerlich, dass dieses widerwärtige Verbrechen an einem für schwul gehaltenen und behinderten Menschen in Hamburg offenbar nur eine Randnotiz wert ist. Und über die allgegenwärtige homophobe Gewalt im Alltag spricht sowieso niemand.

    Was muss eigentlich noch passieren, bis wir endlich eine breite nationale Debatte über den immer aggressiveren, heterosexistischen und schwulenfeindlichen Terror in dieser Gesellschaft führen und vor allem konkrete Maßnahmen in der Sexualaufklärung, in den Massenmedien, einfach in allen relevanten gesellschaftlichen und politischen Bereichen, ergreifen???
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#3 schwulenaktivist
  • 30.09.2009, 15:25h
  • Es braucht gegen die Homophobie ebenso gezielte Erziehungsprogramme wie gegen Antisemitismus, Faschismus, Sexismus und Ausländerfeindlichkeit. Für JEDE neue Generation!!
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