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- 01. Oktober 2009 2 Min.
Nach Ansicht des hessischen CDU-Fraktionschefs Christean Wagner müssen die Christdemokraten ihr konservatives, christliches Profil stärken; Homo-Rechte müsse die Partei deshalb ablehnen.
Wagner erklärte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", die Union müsse wegen des schlechtesten Abschneidens bei einer Bundestagswahl seit 1949 nicht nur ihr wirtschaftspolitisches, sondern auch ihr konservatives Profil stärken. Nur so könnten Stimmen, die an die FDP oder Nichtwähler verloren gegangen seien, zurückgeholt werden. Neben einem Bekenntnis zu "Vaterlandsliebe und Patriotismus" nannte er als wichtigste konservative Themen die Ablehnung von Spätabtreibungen und Homo-Rechten.
Die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren dürfe nicht hingenommen werden, wenn das "C" im Parteinamen gestärkt werden soll, so Wagner: "Wir müssen klar und deutlich sagen, dass wir als Partei auf einem christlichen Fundament stehen", so Wagner. Er verwies auch darauf, dass "Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz der Verfassung stehen". Bei aller Toleranz dürften Homo-Paare deswegen nicht die gleichen Rechte erhalten wie Heterosexuelle.
In Hessen berät die schwarz-gelbe Landesregierung derzeit über einen Gesetzentwurf zur Neuregelung des Landesrechts bei der Homo-Ehe (queer.de berichtete). Die FDP fordert hier eine weitgehende Gleichstellung. Nach der Äußerung des CDU-Fraktionschefs ist es nun aber unwahrscheinlich, dass die Christdemokraten einer Gleichbehandlung von Homo-Paaren ihren Segen erteilen werden.
Grüne kritisieren Wagner
Die hessischen Grünen kritisierten die Äußerungen Wagners. Der CDU-Fraktionschef schwelge in Erinnerungen an die Dregger-Ära, erklärte Grünen-Geschäftsführer Kai Klose. Dafür sei Wagner sogar zum Bruch des Koalitionsvertrags bereit, erklärte er mit Blick auf die Äußerungen zur Homo-Ehe. Klose fragte, ob es in der CDU denn niemanden gebe, "der den Mut hat, dem Kurs dieses Ewiggestrigen zu widersprechen". (dk)















Die Äußerung von Wagner ist innerhalb der CDU in dieser Form nicht mehr konsensfähig und Herr Wagner dürfte hier auch zumindest auf teilweisen Widerstand in den eigenen Reihen treffen. Die Zeiten ändern sich auch langsam innerhalb der CDU und Herr Wagners Haltung dürfte nicht ganz unumstritten in der CDU sein; wenngleich mehrheitsfähig könnte sie immer noch sein; das hängt dann immer stark davon ab, welche Köpfe vor Ort da bei der CDU entscheiden.