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  • 05. Oktober 2009 65 2 Min.

FDP-Chef Guido Westerwelle ist davon überzeugt, dass seine Homosexualität bei der Bundestagswahl keinerlei Rolle gespielt habe - die Opposition hofft derweil, dass der Liberalenchef die Diskriminierung von Schwulen und Lesben mit seiner neuen Machtfülle verringern könnte.

"Ich freue mich sehr darüber, dass die Tatsache, dass ich mit einem Mann zusammenlebe, für die Bürger bei der Wahl nicht die geringste Rolle gespielt hat", erklärte Westerwelle gegenüber der "Bild am Sonntag". Das sei ein Beweis, wie groß die gesellschaftliche Toleranz und Reife.

Er werde künftig nicht häufiger mit seinem Lebenspartner Michael Mronz auftreten: "Aber der Öffentlichkeit wird es sicher mehr auffallen", sagte der 47-Jährige. Über einem gemeinsamen Auftritt mit Mronz am Abend der Bundestagswahl sagte Westerwelle: "Da ging es einfach um viel Gefühl. Und warum sollte ich an einem solchen Abend den Mann verstecken, der einen großen, glücklichen Einfluss auf mein Leben und mich hat?".

Westerwelle wird nach den Koalitionsverhandlungen mit hoher Wahrscheinlichkeit Außenminister und Vizekanzler einer schwarz-gelben Koalition. Manche Parteifreunde und Wirtschaftsexperten fordern allerdings, dass Westerwelle ein Superministerium Wirtschaft und Finanzen übernimmt, allerdings gilt das als sehr unwahrscheinlich.

Opposition hofft auf Fortschritte bei Homo-Rechten

Aus der Opposition kommt bereits jetzt die Forderung, dass sich der FDP-Chef als erster offen schwuler Bundesminister für Homo-Rechte einsetzen soll, insbesondere wenn es um die Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartner mit (heterosexuellen) Eheleuten geht: "Ich gehe davon aus, dass Westerwelle das wie versprochen umsetzen wird", sagte der offen schwule SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs der "Frankfurter Rundschau". Kahrs erwartet, dass er in diesem Punkt gegen die Union kämpfen wird.

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck ist dagegen weniger optimistisch: "Schaut man in die schwarz-gelb regierten Bundesländer, dann stimmt das wenig hoffungsfroh. Nirgends ist dort die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Landesbeamtenrecht durchgesetzt. Die FDP hat es nicht geschafft oder auch gar nicht ernsthaft versucht", so Beck. Die Liberalen seien ohnehin "nie durch besonderen Kampfgeist bei den Bürgerrechten aufgefallen".

Auch die Linkspartei erwartet kaum Fortschritte, da für die CDU die Gleichstellung von Schwulen und Lesben eine "Gruselvorstellung" sei, wie der Berliner Linkschef Klaus Lederer erklärte.

Unter den queer.de-Lesern scheint ebenfalls die Skepsis vorzuherrschen: Bei der Frage, ob bei einem Außenminister Westerwelle Homopolitik zu erwarten sei, antworteten nur 10 Prozent mit "Ja", 43 Prozent erwarten aber nichts vom FDP-Chef. Immerhin 47 Prozent halten begrenzte Fortschritte für möglich. Bei der nicht repräsentativen Umfrage beteiligten sich rund 1.100 Leser. (dk)

-w-

#1 TimmAnonym
  • 05.10.2009, 15:57h
  • Ja da hat Herr Westerwelle Recht: seine Homosexualität spielte im Wahlkampf keine Rolle. Es ist schon gut für unser Land, dass aus dem bürgerlichen Lager ein offen homosexueller Politiker bis zum Vizekanzler und Aussenminister aufsteigen kann. Alice Schwarz äußerte hierzu bei Beckmann. "Das sie dies sehr charmant finde."

    Viel interessanter als die Person Westerwelle und die "überholte" Debatte über seine sexuelle Orientierung, die längst in der Bevölkerung bekannt und akzeptiert ist, finde ich die zukünftige Beurteilung der Bürgerrechtspolitik der Regierung im Bundestag.

    Hier erhoffe ich einerseits klar Fortschritte von einer liberalen Bürgerrechtspartei; andererseits erhoffe ich mir ebenso von den oppositionellen LGBT-Politikern wie Beck, Bender, Kahrs oder Schick, dass sie klar in die Medien vermitteln und kommunizieren, wo die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode nicht handelt bzw. Verbesserungen aussitzt.

    Ich halte dies für sehr wichtig, dass hier genau in dieser Legislaturperiode geschaut wird, was denn nun TATSÄCHLICH in der Bürgerrechtspolitik geschieht.
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#2 nino89
  • 05.10.2009, 16:20h
  • Ich bin ja echt gespannt, wieviel Lesben- und Schwulenrechte er in der Zukunft erkämpft. Ich denke, dass er nicht unbedingt viel für unsere (und eigentlich auch seine) Rechte kämpfen wird.

    Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend schlecht machen: erstmal abwarten und beobachten, was er nun so macht.
    Schließlich würde er ja schon durch seine Arbeit als Minister einen gewissen Fortschritt für die Anerkennung Lesbischwuler bringen: wenn er seinen Außenministerjob gut macht, sehen mehr und mehr Leute, dass auch Homos gute Arbeit machen können und es "normalisiert" sich vielleicht weiterhin.
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#3 hwAnonym
  • 05.10.2009, 16:55h
  • Westerwelle ist schlecht für Deutschland.
    In diesen Zeiten, mehr als zuvor.

    Nicht nur als Vorbild für junge Schwule,
    sondern auch als Bedrohung vieler Schwuler
    im Alter.

    Akzeptanz-Tänzchen mit Wowereit, ließen
    wenigstens schöner Träumen.

    Es gibt kein schwules Leben außerhalb des Lebens:

    UN: Höchste Lebensqualität weiterhin in Norwegen

    www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_4759019,00.html

    www.tagesschau.de/ausland/norwegen110.html

    In diesen Zeiten:

    " Köhler setzt auf Gewerkschaften

    Bundespräsident Horst Köhler setzt bei der Lösung der weltweiten Finanzkrise auf die Unterstützung der Gewerkschaften. "Eine grundlegende Reform der Weltfinanzordnung verlangt auch die Beteiligung der Gewerkschaften", sagte Köhler am Montag in Berlin beim Festakt zur Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vor 60 Jahren. "Mischen Sie sich ein und schließen Sie Ihre Reihen auch über Ländergrenzen hinweg."

    Auch nach den Beschlüssen des G20-Gipfels in Pittsburgh ist nach Einschätzung des Staatsoberhauptes die Gefahr nicht gebannt, dass die Finanzkrise sich wiederholen könnte. "Ja, ich sehe "das Monster" noch nicht auf dem Weg der Zähmung." Intransparente Derivategeschäfte und Spekulation auf den Rohstoffmärkten seien in unvorstellbaren Größenordnungen weiterhin an der Tagesordnung. Köhler warnte vor der Hoffnung, "Wachstum könne das Geschehene zudecken und vergessen machen". Auch habe die Diskussion darüber, wer die Kosten der aktuellen Krise trage, noch nicht ernsthaft begonnen. "

    www.rundschau-online.de/html/artikel/1254339046441.shtml
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