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- 12. Oktober 2009 3 Min.
Um die 150.000 Menschen haben in Washington nahe des Weißen Hauses dafür demonstriert, dass Präsident Barack Obama seine Versprechen zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben endlich einlöst.
Die Teilnehmer forderten insbesondere, dass das Verbot für Schwule und Lesben im Militär aufgehoben wird. Obama hatte das Ende von "Don’t ask, don’t tell" bereits im Wahlkampf versprochen, das Thema während seiner Amtszeit aber bislang ausgespart, was zu Irritationen unter Homo-Aktivisten geführt hat. Bei einer Gala der Homo-Gruppe Human Rights Campaign stellte er sich aber erneut hinter die Forderung (queer.de berichtete). Als zweites großes Thema wurde auf der Demo die Öffnung der Ehe gefordert. Auf Plakaten standen Parolen wie "Hey, Obama, lass Mami Mami heiraten". Aktivisten wollen erreichen, dass das Verbot der Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen durch Washington aufgehoben wird. Auch hier hatte sich Obama am Samstag eine Gesetzesinitiative versprochen.
Auch Lady Gaga liebt Judy Garland
An der Demo nahmen auch mehrere Stars teil, darunter etwa Cynthia Nixon (Miranda aus "Sex and the City") oder Sängerin Lady Gaga teil. "Das ist der wichtigste Augenblick meiner Karriere", erklärte die Lady Gaga bei einer Rede. "Ich stehe hier demütig vor euch. Ich weiß, dass einige von euch seit der Zeit des Stonewall-Aufstands für gleiche Rechte kämpfen. Vor euch ziehe ich den Hut. Und wisst ihr was: Auch ich liebe Judy Garland!", erklärte die "Poker Face"-Interpretin unter dem Jubel der Demonstranten.
Zu den Rednern gehörten unter anderem auch Judy Shepard, deren Sohn Matthew vor zehn Jahren wegen seiner Homosexualität getötet wurde, und Julian Bond, der Chef der Schwarzenorganisation NAACP: "Schwarze sollten sich nicht gegen Gleichbehandlung wehren. Wir haben viele echte und ernste Probleme in unserem Land. Die gleichgeschlechtliche Ehe gehört nicht dazu". Zuvor hatten Homo-Aktivisten kritisiert, dass bei Referenden Schwarze bei Referenden überdurchschnittlich gegen die Homo-Ehe stimmen, weil sie generell religiöser geprägt sind als andere Gruppen. Bond wies jedoch darauf hin, dass Schwarze noch vor einem halben Jahrhundert gegen die gleichen Ehe-Verbote zu kämpfen hatten, gegen die sich jetzt Schwule und Lesben wehren.
Kritik an Demo von Demokraten
Unter schwul-lesbischen Demokraten führte die Demonstration zu Kritik: "Barack Obama braucht keinen Druck", erklärte etwa der schwule Abgeordnete Barney Frank, der als Vorsitzende des Finanzausschusses über eine große Machtfülle verfügt. Der 69-Jährige sieht Obama auf dem richtigen Weg, er habe nur wegen der Finanzkrise bislang andere Prioritäten als Homo-Rechte setzen müssen. Die Demonstration nannte Frank "sinnlos" und verglich die Aktivisten mit denen der Lobbygruppe National Rifle Association. Die Waffenfreunde würden durch ähnliche Protestaktionen in Washington genauso versuchen, die Regierenden zu beeinflussen.
Bislang gab es in Washington Großdemonstrationen für Homo-Rechte in den Jahren 1979, 1987, 1993 und 2000. Erstmals wurde die Protestaktion dieses Jahr nicht von großen Homo-Gruppen organisiert, sondern durch lokale Basisorganisationen in allen 50 Bundesstaaten. (dk)















Deutsche Lesben und Schwule sollten ebenfalls auf die Straße gehen, falls die künftige schwarz-gelbe Regierung die Ungleichbehandlung von heterosexuellen und homosexuellen Partnerschaften nicht beenden will.