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- 12. Oktober 2009 2 Min.
Im Stadtrat von München regt sich Protest gegen den geplanten Auftritt des homophoben jamaikanischen Sängers Sizzla Kalonji am 27. November.
Der Reggae-Künstler will im Rahmen seiner "Ghetto Youth-Ology Tour" im Münchener "Backstage" auftreten. Jetzt formiert sich Widerstand von der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste. Fraktionsvorsitzende Lydia Dietrich (Grüne) und Stadtrat Thomas Niederbühl (Rosa Liste) haben beantragt, alle Möglichkeiten zu prüfen, um den Auftritt zu verbieten und Kontakt mit dem Auswärtigen Amt aufzunehmen, inwieweit ein Einreiseverbot gegen Sizzla verhängt werden kann. Bereits bei einer Konzerttournee im letzten Jahr hat der Sänger ein Einreiseverbot in den Schengenraum erhalten; nach einigen Konzerten wurde er in Spanien verhaftet und abgeschoben (queer.de berichtete).
"Ein Rastamann entschuldigt sich nicht bei Schwuchteln"
Sizzla ist wiederholt durch Liedtexte und Äußerungen mit Gewaltaufrufen gegen Schwule aufgefallen. In einem populären Lied fordert er unter anderem: "Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben". Nach mehreren Auftrittsverboten hat Sizzla 2007 den Song "Nah Apologize" aufgenommen, in dem er "Schwuchteln" des Rassimus bezichtigt und weitere homophobe Gewalt androht ("Ein Rastamann entschuldigt sich nicht bei Schwuchteln, wenn ihr schwarze Menschen disst, werde ich auf euch mit meiner Waffe schießen").
Menschenrechtsaktivisten machen homophobe Reggae-Lieder von Sizzla und anderen Künstlern für Lynchmorde an Schwulen verantwortlich. Stadtrat Niederbühl verglich die Mussik Sizzlas deshalb mit der von Neonazi-Bands: "Es gibt kein Recht auf die Verbreitung von Hass und Hetze gegen Minderheiten", so der Politiker der Rosa Liste.
Kritik am "Backstage"
Die Grüne Lydia Dietrich kritisierte die Geschäftsleitung des Backstage, die Auftritte von jamaikanischen Hass-Sängern mittlerweile zum festen Repertoire ihrer Bühne gemacht habe: "Bereits 2008 haben wir den Auftritt des Hass-Musikers Bounty-Killer im Backstage moniert und intensive Gespräche mit dem Geschäftsführer Hans-Georg Stocker geführt. Ganz offensichtlich ist es uns aber nicht gelungen, Herrn Stocker seine Verantwortung für Toleranz und die Rechte von Minderheiten klar zu machen. Ich fordere das Backstage dennoch auf, Sizzla - und ebenso allen anderen homophoben Hass-Musikern - so lange keine Bühne mehr zu bieten, bis sie sich von ihrer Hetze gegen Schwule distanzieren."
Weitere Sizzla-Konzerte sind Ende November im "Kesselhaus" Berlin und im "Zapata" Stuttgart geplant. Die Hamburger "Fabrik" hat den Schwulenhasser auf Druck des LSVD bereits Ende August wieder ausgeladen (queer.de berichtete). Zuletzt wurde im September ein geplantes Konzert des Hasssängers Elephant Man in Düsseldorf ebenfalls nach Protesten abgesagt (queer.de berichtete). (dk)















der Rastafari-Bewegung speist. Daher auch die
Textzeile aus "Nah apologize":
"Rastaman don't apologize to batty-boy
If yuh dis' King Selassie I, mih gunshot yuh boy"
Bezug genommen wird auf den letzten Kaiser von
Äthopien, Haile Selassie, den die Rastafari als den
in der Bibel angekündigten wiedergekehrten
Messias und den "Auserwählten Gottes" ansehen.
Meine Meinung: Auf solche religiösen Eiferer und
Volksverhetzer können wir auf deutschen Büh-
nen vezichten. Ein Auftrittsverbot ist das Min-
deste, was ich erwarte. Ein Einreiseverbot hat
es in vergleichbaren Fällen meines Wissens für
muslimische Hassprediger schon gegeben. Somit
wäre auch das zu erwägen.