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https://queer.de/?11205
  • 14. Oktober 2009 10 2 Min.

Der jamaikanische Reggae-Sänger Buju Banton ist am Dienstag in San Francisco erstmals mit Homo-Aktivisten zu einem 40-minütigen Meinungsaustausch zusammengekommen. Die schwul-lesbischen Teilnehmer forderten später trotz der Unterredung, für eine Absage der Banton-Tournee zu kämpfen.

Organisiert wurde das Zusammentreffen vom schwulen Stadtrat Bevan Dufty. Anlass sind homophobe Liedtexte, in denen Banton zur Ermordung von Schwulen aufruft. Weltweit gibt es deswegen gegen den Sänger Proteste. In Nordamerika und Europa gab es wiederholt Konzertabsagen.

Die Aktivisten erklärten, das Gespräch sei in freundlicher Atmosphäre verlaufen, habe aber wenig Bewegung gebracht. Banton habe sich die Vorschläge der Aktivisten angehört, die forderten, er solle sich in Jamaika gegen Schwulenhass aussprechen. "Alle unsere Vorschläge wurden aber abgelehnt. Das hat uns frustriert, erklärte Michael Petrelis vom schwulen Beratungszentrum San Francisco.

Die Aktivisten hoffen, dass weitere Treffen dieser Art die angespannte Lage entspannen könnten: "Ich denke, Buju versteht, dass heute ein erster Schritt getan wurde. Die Gay-Community wird aber konkrete Schritte abwarten, bevor wir unsere Proteste gegen ihn beenden."

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Viele Konzertabsagen

Banton beginnt gerade eine USA-Tournee. Wegen der Proteste sind bereits acht seiner 18 geplanten Konzerte abgesagt worden, darunter auch Auftritte in Los Angeles und Las Vegas. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Widerstand gegen Konzerte von jamaikanischen Hasssängern. Zuletzt wurde ein Auftritt von Elephant Man in Düsseldorf verhindert (queer.de berichtete).

Jamaikanische Sänger berufen sich in ihrer konsequenten Ablehnung von Homosexualität auf ihren christlichen Glauben, der auf der Insel viele alttestamentarische Bezüge enthält. Homosexualität ist dort ein Verbrechen, das mit zehn Jahren Haft inklusive Zwangsarbeit geahndet werden kann. Immer wieder kommt es aber auch zu Lynchmorden an Schwulen, die von der Polizei nur selten aufgeklärt werden. Oft werden Reggae-Musiker dafür verantwortlich gemacht, die Stimmung mit ihren Liedern noch anzuheizen. So hatte Buju Banton unter anderem in dem Lied "Boom Bye Bye" dazu aufgerufen, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten.

Zwar hatte Banton den "Reggae Compassionate Act" unterschrieben, der von einer Homo-Gruppe erstellt wurde. Darin verpflichtete er sich, nicht mehr gegen Schwule zu hetzen. Allerdings hat er später geleugnet, je etwas Derartiges unterzeichnet zu haben (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 MatsAnonym
  • 14.10.2009, 18:51h
  • Meiner Meinung nach, hat er dem Treffen nur zugestimmt, weil er langsam merkt, dass es an seinen Verdienst geht. Da er aber auf kein einziges Argument eingehen will und an seinem Verhalten nichts ändern will, bleibt alles wie gehabt! Und deswegen war dieses Treffen auch sinnlos: jemand, der gar keinen Kompromiss will, sollte nicht noch so in die Öffentlichkeit gerückt werden.

    Wir müssen weiter boykottieren, bis er irgendwann von sich aus (ohne irgendwelche Pseudo-Treffen) seine Meinung ändert.
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#2 gniwerj
  • 14.10.2009, 21:27hdortmund
  • Antwort auf #1 von Mats
  • "jemand, der gar keinen Kompromiss will, sollte nicht noch so in die Öffentlichkeit gerückt werden."

    das ist es doch gerade. ich will menschenrechte OHNE kompromisse. und seine meinung wird er erst dann ändern, wenn er sieht, dass homosexuelles leben völlig normal ist, was er ja auf jamaica nicht wirklich mitbekommt. und da beißt sich die katze leider wiedermal in den eigenen schwanz... treffen und dialog sind wichtige grundsteine, reichen meiner meinung aber nicht aus.
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#3 reggaeville.comAnonym
  • 14.10.2009, 23:15h
  • servus!

    zu den Fakten der Tour: die Tour hat am 12.September begonnen und dauert bis zum 1.November... wenn die Tour vorbei ist, hat er mehr als 30 Shows gespielt. Es wurden mehr Shows abgesagt als die Anzahl der, die nicht stattgefunden haben, weil viele Shows verlegt wurden. Dazu auch
    cancelbujubanton.wetpaint.com/
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