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- 20. Oktober 2009 2 Min.
Mit einem Heimbaufolien-Ballon und einer Reihen von Lügengeschichten hielt Richard Heene die US-Nachrichtensender auf Trab – seine minderjährigen Söhne ließ er sogar in einem Rap-Lied gegen Schwule hetzen.
Es war die wohl bizarrste Mediengeschichte des Jahres: Richard Heene aus Fort Collins (US-Bundesstaat Colorado) informierte letzten Donnerstag die Behörden, dass sein selbst gebauter Ballon aus Versehen abgehoben sei – und sein sechsjähriger Sohn Falcon soll sich darin befinden. Kurz zuvor hatte er bereits die Medien informiert und so zeigten CNN und Co. stundenlang Live-Bilder des UFO-artigen Gebildes, das auf über 2.000 Meter Höhe anstieg. Das Kind war aber nicht im Ballon; es versteckte sich nach Angaben der Eltern im Dachboden des eigenen Hauses. Am Sonntag erklärte der Sheriff schließlich, die Familie habe das Unglück erfunden. Grund: Sie wollten ihre eigene Reality-Show im Fernsehen platzieren. Richard Heene hatte zuvor an der US-Version von "Frauentausch" teilgenommen.
Pissende Schwuchteln
Heene, der früher an eine Schauspielschule in Hollywood ging, hatte vor einigen Monaten auch ein Musik-Video auf YouTube online gestellt, in dem sich seine drei Söhne über Schwule äußerten. Sie rappen: "Ich schau hoch auf den Baum. Was sehe ich? Ich sehe eine Schwuchtel, die auf mich pissen will. Ich hebe einen Stein auf und schmeiß ihn auf seinen Schwanz". Das Video ist inzwischen vom Netz genommen worden. Von Journalisten auf das homophobe Lied angesprochen, sagte Heene lediglich, es sei ein "großer Spaß" gewesen. Die Ideen dazu seien von den Kindern ausgegangen. Einige Nachrichtensprecher zeigten sich eher darüber entsetzt, das Schimpfwörter wie "Fuck" in dem Video vorkamen, die im frei empfangbaren Fernsehen tabu sind. So erklärte ein CNN-Moderator recht umständlich: "Die Kinder benutzen das P-Wort, das F-Wort und das andere F-Wort, das sich auf Homosexuelle bezieht".
Nun droht dem Möchtegern-Realitystar Heene eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren. Die Behörden vor Ort bereiten gegenwärtig die Anklageschrift vor. In den letzten Tagen hat er aber sein Ziel erreicht: Er hatte Auftritte bei allen großen TV-Sendern. Sein Filius war davon offenbar so erschöpft, dass er sich während eines Interviews live im Frühstücksfernsehen übergab. (dk)














muss aber oft sehr lange unter den Folgen seiner
missratenen Erziehung leiden - und andere auch.