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- 04. November 2009 2 Min.
30 westfälische Pfarrer haben in einem offenen Brief Kirchenpräses Alfred Buß wegen seiner homofreundlichen Haltung kritisiert – und propagierten die Heilung von Schwulen und Lesben.
Die Pfarrer betonten nach Angaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", dass "gelebte Homosexualität" nicht der "Schöpfungsordnung Gottes" entspreche und Schwule und Lesben deshalb nicht die gleichen Rechte wie Heteros haben dürften. Sie kritisierten dabei Präses Buß, weil er sich im Mai während des evangelischen Kirchentages in Bremen für eine bessere Akzeptanz von Homosexuellen in der Kirche ausgesprochen hatte (queer.de berichtete). "Es handelt sich weder um eine Fehlentwicklung oder eine Krankheit noch um eine Behinderung oder ein Defizit", hatte der 62-Jährige damals erklärt.
Dem widersprachen die Pfarrer, von denen die Hälfte aus dem Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg stammt, jetzt vehement: Buß propagiere Homosexualität und diskreditiere Therapien, die Schwule und Lesben zu Heterosexuellen umpolen könnten, so die Pfarrer. Damit "verweigert man Menschen, die unter ihren homosexuellen Empfindungen leiden, die Hilfe zur Veränderung." Die Sicht von Buß sei nicht nur falsch, sondern "ein Weg der Abkehr von der biblischen Orientierung". Die Pfarrer haben angekündigt, eine Unterschriftenaktion gegen die Akzeptanz von Homosexuellen zu starten.
Kaum ein seriöser Psychologe glaubt gegenwärtig noch an die "Konversionstherapie", wie ein "Heilungsversuch" von Schwulen und Lesben genannt wird. Die deutsche Bundesregierung wies 2008 auf eine Kleine Anfrage der Grünen daraufhin hin, dass "bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte" auftreten würden (queer.de berichtete). Auch der amerikanische Psychologenverband erklärte, dass Homoheilungen die Probleme der Patienten eher verschlimmern würden; es gebe keine wissenschaftliche Studie, die das Gegenteil beweise (queer.de berichtete). Homo-Heiler sind vor allem in den Vereinigten Staaten unter dem Schutz einer Kirche aktiv. Die Therapie beinhaltet psychiatrische Behandlung, aber auch Elektroschocks oder die Einnahme von Medikamenten, die Übelkeit hervorrufen. (dk)














