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  • 09. November 2009 6 2 Min.

Der US-Sender Comedy Central hat es abgelehnt, sich für die neueste South-Park-Folge zu entschuldigen, wie es von einer Homo-Gruppe gefordert wurde.

Comedy Central hat in einer kurzen Pressemitteilung auf die Beschuldigiung der Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) reagiert, die eine Entschuldigung für die in der letzten Woche ausgestrahlte 193. Episode der Zeichentrickserie gefordert hat. Darin geht es um das Wort "Faggot" (Schwuchtel), das in der 22-minütigen Show mehrmals ohne Piepston gesagt wird. Am Ende der Sendung wird die Definition des Ausdrucks geändert – aus dem Schimpfwort für Schwule ist ein Schimpfwort für Harley-Fahrer geworden (queer.de berichtete).

"’South Park’ ist berühmt dafür, kontroverse Themen auf eine umsichtige, aber sehr lustige Art zu behandeln", erklärte der Sender. "Diese spezielle Folge wurde von der schwul-lesbischen Community sowohl gelobt als auch kritisiert. Mit dieser Tatsache im Hinterkopf wollen wir die Folge für sich selbst sprechen lassen."

Die GLAAD hatte kritisiert, dass "Faggot" als Schimpfwort für Schwule gebraucht werden und durch die Sendung hoffähig gemacht werden könne. Gerade auf Schulhöfen würden schwule Jugendliche immer wieder mit diesem Wort gehänselt und in einigen Fällen sogar in den Selbstmord getrieben.

"Faggot" längst kein Schimpfwort für Schwule mehr?

Andere Homo-Aktivisten verteidigten in Blogs die "South Park"-Folge, da sie dem Wort "Faggot" den Schrecken nehme. So assoziierten Schüler damit längst nicht mehr Homosexualität. Auch andere Wörter hätten ihre Bedeutung in letzter Zeit geändert. So sei "queer" vor wenigen Jahrzehnten noch ein Schimpfwort gewesen; heute werde aus auch von Schwulen, Lesben und anderen Minderheiten als positive Eigenbezeichnung gebraucht. Blogger Brian schreibt: "Das ist bloß ein anderes F-Wort. Es bedeutet, was wir sagen, das es bedeutet soll. Ich denke, dass Humor dem Wort die Hässlichkeit nimmt."

Außerdem ist die Bedeutung des Wortes ohnehin nur regional. So sind "Faggots" in England entweder traditionell hergestellte Fleischbällchen oder Bündel von Holz. Die abgekürzte Version "Fag" bedeutet im britischen Englisch umgangssprachlich "Zigarette". Dennoch gab es 2007 auch auf der Insel einen Streit um ein populäres Weihnachtslied, in dem "Faggot" als Schimpfwort vorkam. Die BBC zensierte daraufhin das Lied im Radio mit einem Piepser, revidierte aber später diese Entscheidung wieder (queer.de berichtete).

Galerie:
South Park - The F Word
8 Bilder
-w-

#1 XDAAnonym
  • 09.11.2009, 23:42h
  • South Park darf das. Schließlich wird hier auch mit anderen Minderheiten (z.B. Juden) spaßig umgegangen. Also ich find das nicht schlimm ... manche regen sich aber auch über alles auf.
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#2 TimmAnonym
  • 10.11.2009, 09:25h
  • Schwieriges Thema...natürlich ist South Park als Sendung dafür bekannt politisch oftmals inkorrekt zu sein. Und natürlich ist South Park insgesamt eine helfende Sendung im Sinne der Sexualaufklärung und einer freien Gesellschaft.

    Aber wo sind die Grenzen des politisch Inkorrekten, ohne das es wieder schädlich für die Gesellschaft wird.

    Bestes Beispiels ist hierzu der deutsche Moderator Oliver Pocher, der auch oftmals bewußt politisch inkorrekt ist und damit in den Medien aneckt. Dies führte soweit, das er mit Mark Medlock bei der Preisverleihung für Mark "zusammengerasselt" ist, und es dort zwischen Medlock und Pocher einen verbalen Schlagabtausch gab. Medlock hatten die ständigen inkorrekten politischen Sprüche zu homosexuellen Menschen gestört und wenn man sich diese mediale Wirkung dann wieder bei Medlock vergegenwärtigt, so hat Pocher anscheinend in seiner Außenwirkung bei diesem Thema überzogen.

    Es ist schwierig abzugrenzen, wann politische Inkorrektheit einer Sendung/einer Person noch hilfreich ist und ab wann es umschlägt und es eher in der Gesellschaft schadet.
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#3 stromboli
  • 10.11.2009, 09:37hberlin
  • Antwort auf #2 von Timm
  • ja , wo liegt die grenze des ertäglichen..
    neulich nachmittags meinen hund spazierenführend, kam ich an einem bolzplatz vorbei, auf dem 7-8 jungens um die 11-13 jahre rum kickten: während der verteidiger einem gegnerischem stürmer den ball weg schlenzte und elegant im bogen aufs gegenerische tor zutrippelte, kommentierte der kleinste auf den spielfeld ( der torwart!) wie folgt: "lauf schlampe, lauf"! Das trocken , ohne aggression, nur sich seines wortwitzes bewusst.
    Ich muß zugeben: ich war sprachlos!
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