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Einzelkommentar zu:
South Park: TV-Sender verteidigt "Schwuchtel"-Episode


#4 Good ol friendAnonym
  • 10.11.2009, 12:28h
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • Ja, @stromboli,

    man sollte sich häufiger in der Nähe von Jugendlichen aufhalten. Mal abgesehen davon, dass einen das jung hält , befördert es leider auch erschreckende Befunde/Folgen der gesellschaftlichen Entwicklung zu Tage.

    Insbesondere die immer aggressivere Zwangssexualisierung, die stets nur in eine Richtung geht, hinterlässt ihre unübersehbaren Spuren. Und sie sorgt schon bei Kindern und Frühpubertierenden für alles andere als Freiheit und Offenheit und Respekt (vor allem auch vor sich selbst und seiner eigenen Individualität und dem eigenen "Anderssein").

    Was will man erwarten angesichts einer Jugend- und Pop-"Kultur", die aus kommerziellen Interessen und dank der offensichtlichen Beschränktheit ihrer Akteure eben die von dir zitierte Sprache - "schwul" und "Schwuchtel" stehen da als Schimpfworte ganz oben auf der Liste - der betreffenden Altersgruppe als "cool" und insbesondere als notwendigen Ausdruck von "Männlichkeit" einhämmert. Ebenso wie natürlich die Aufpasserin, ähm, Freundin, ohne die man sich schon mit 14 nicht mehr aus dem Haus wagen kann, wenn man so richtig "playa"- und "checka"-mäßig herüberkommen will. (Wie war das doch gleich mit der "absurden Logik". Das könnte übrigens ein Ansatz für uns sein!)

    Unsere Community hat zu lange die Augen vor der Realität verschlossen, dass gerade junge Männer de facto so unfrei sind wie selten zuvor, sich sexuell ohne massiven Druck ihres sozialen Umfeldes auszuprobieren, zu entdecken und dann selbstbewusst ihre eigene Identität zu finden und zu leben. Es wird daher eine unserer zentralen Herausforderungen sein, neue Freiräume zur Unterstützung bzw. überhaupt erst einmal zur Aufklärung und Sichtbarmachung von Vielfalt für diese Altersgruppe zu schaffen.

    Dies angeblich dadurch erreichen zu wollen, dass man sich über Beleidigungen und Verletzungen gegenüber schwulen Jungs und Männern in Fernsehsendungen lustig macht und das dann als progressive "Satire" hinstellt, halte ich dabei für einen sehr verfehlten und gerade in der Wirkung auf junge Menschen verheerenden Ansatz! Und wenn unser Verstand schon so vernebelt ist, dass wir solche zynischen Spielchen den Verantwortlichen durchgehen lassen, brauchen wir uns über die oben beschriebene Entwicklung nicht zu wundern!

    Es ist ganz und gar NICHT lustig, wenn schwule Jugendliche in jedem zweiten Satz "schwul" oder "Schwuchtel" als Beleidigung über sich ergehen lassen müssen, sondern es ist eine unerträgliche psychische Gewalt, die krank macht! Und genau diese Alters- und "Zielgruppe", eben die verletzlichste und verwundbarste, ist es, die wir bei unseren Bewertungen immer im Blick haben müssen!
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