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- 12. November 2009 2 Min.
Jasen Bruce von den US-Marines schlug in Florida auf einen griechisch-orthodoxen Priester mit einem Reifenheber ein, weil dieser ihn angeblich an den Schritt gefasst und dabei Arabisch gesprochen habe.
Der schmächtige 1,67 Meter große Priester Alexios Marakis ist aus Kreta neu in die griechische Gemeinde von Tampa (Florida) gekommen. Der 29-Jährige erzählt, dass er am Dienstag seine Gruppe verloren habe – und daraufhin in gebrochenem Englisch nach dem Weg fragte. Danach sei er grundlos vom groß gewachsenen 28-jährigen Obergefreiten Bruce mit einem Reifenheber geschlagen worden. Er musste später wegen Prellungen am ganzen Körper im Krankenhaus behandelt werden.
Bruce ist vielen Schwulen in den USA als "Beefcake"-Model bekannt. Der Bodybuilder verdiente sich ein Zubrot, indem er sich in erotischen Posen ablichten ließ.
Ist griechischer Priester ein islamischer Terrorist?
Nach seiner Attacke auf den Priester erklärte er gegenüber der Polizei, er habe lediglich in Notwehr gehandelt. Er sagte, dass der Priester ihm an den Schritt gefasst habe. Daraufhin sei er in Panik geraten. Zudem habe der bärtige Mann "Allahu akbar" gesagt; Bruce gab an, dass er ihn daraufhin für einen islamischen Terroristen gehalten habe. Laut Polizei sagte er: "Allahu akbar sagen diese Leute immer, bevor sie sich in die Luft jagen". Als die Polizei dem Marine erzählte, dass es sich bei dem Opfer um einen griechischen christlichen Geistlichen handelte, sollen Bruce die Tränen in die Augen gestiegen sein.
Bruce sagte außerdem, dass er Angst gehabt habe, dass der Priester ihn beklauen könnte. "Er hat uns sehr verschiedene Versionen von dem erzählt, was passiert sein soll", erklärte Polizeisprecherin Laura McElroy. Priester Alexios Marakis bestreitet die Anschuldigungen des Soldaten.
Gegen eine Kaution in Höhe von 7.500 Dollar (5.000 Euro) befindet sich Bruce inzwischen wieder auf freiem Fuß. Sein Anwalt erklärte, dass Bruce in Wahrheit das Opfer eines Übergriffes gewesen sei und sich lediglich verteidigt habe. Den Priester bezeichnete er dabei als "bärtigen Angreifer", dessen Englisch so schlecht war, dass Bruce dachte, der Mann spreche ihn auf Arabisch an: "Der Obergefreite Bruce hat sich ganz legal verteidigt, nachdem er sexuell angegriffen wurde und einen potenziellen Raub befürchten musste", so der Anwalt, der damit die umstrittene "Gay Panic"-Verteidigung anwendete. Sie besagt, dass heterosexuelle Männer durch sexuelle Avancen von Schwulen so panikartig reagieren, dass sie für ihre Taten nicht verantwortlich gemacht werden können.
Die Staatsanwaltschaft glaubt den Beteuerungen des Soldaten allerdings nicht. Sie bereitet eine Anklage vor wegen schwerer Körperverletzung mit Hilfe einer tödlichen Waffe. (dk)
Links zum Thema:
» Verhaftungsprotokoll















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