https://queer.de/?11354
- 12. November 2009 2 Min.
Roland Emmerich kennt kein Pardon. In seinem neuen Film spült er die ganze Zivilisation ins Meer. Die nächste Gay-Bar steht dann im Himalaya.
Von Christian Scheuß
Was ist uns im Kino schon alles um die Ohren geflogen: Meteore, Vulkane, Tsunamis, Aliens, die Matrix. Bislang konnten wir uns jedoch auf Jungs wie Bruce Willis, Keanu Reeves oder Tom Cruise verlassen. Die haben alles irgendwie halbwegs gerettet, damit wir in Ruhe weiter shoppen gehen können. Aber jetzt ist endgültig Schluss. Also nicht jetzt sofort, aber schon ziemlich bald. Und schuld daran ist ein homosexueller Regisseur.
Roland Emmerich hat jede Menge Computer heiß laufen lassen, um uns ein weiteres beeindruckendes Endzeitszenario zu rendern. Von der Erkenntnis, dass die die Erde schon in wenigen Jahren dem Untergang geweiht ist bis zum großen Gebrösel vergehen zwei Stunden, in denen unter anderem John Cusack als Familienpapi und Woody Harrelson als exzentrischer Wissenschaftler auf schwindendem Erdboden umher schwanken, um noch irgendeine technische Lösung oder doch zumindest die Erlösung durch die Regelung privater Angelegenheiten zu finden.
Sie müssen sich sputen, denn Roland Emmerich kippt zunächst gnadenlos die kalifornische Küste ins Meer, Los Angeles und San Francisco, mitsamt der schönen schwule Castro-Street verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Wer nach 2012 in eine Gaybar will, muss bis zum Himalaya schwimmen. Oder schnell nach Bangkok. Dort geht erst 2022 die Welt unter (siehe Trailer 3). Übrigens zerfällt auch der Vatikan zu Staub, so viel Gerechtigkeit muss sein. Nicht bekannt ist, ob Harvey Fierstein zu den Überlebenden gehören wird. Leider gibt es auch keinen Gastauftritt von ihm im neuen zerrüttenden Thriller. 1996, als die Aliens just am Unabhängigkeitstag in die USA einmarschierten (Independance Day) zeigte Emmerich noch ein wenig Humor und Fierstein demonstrierte, wie eine Tunte stilgerecht reagiert, wenn sie vom Ende der Welt erfährt.
Zum Glück für die Community ist der erfolgreiche Action-Regisseur nur in seinen Filmen so zerstörungswütig. Im realen Leben will er, dass wichtige Dinge bewahrt werden. 2006 spendete er deshalb 150.000 US-Dollar für das Legacy Project, ein gemeinsames Projekt des Film- und Fernseharchivs der UCLA und des größten Filmfestivals von Los Angeles, Outfest, zur Bewahrung und Restaurierung lesbischer und schwuler Filme.
Links zum Thema:
» Website zum Film
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
01:55h, ZDFneo:
The Persian Version
Culture-Clash-Komödie und queeres Familiendrama: Die lesbische Leila muss ihren aus dem Iran stammenden Eltern beibringen, dass sie von einem Drag-Darsteller schwanger ist.
Spielfilm, USA 2023- 5 weitere TV-Tipps »















Nicht auf die leichte Schulter nehmen !
Astronomie-Tagung
Vatikan debattiert über Außerirdische
www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,660612,00.html