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  • 16. November 2009 81 3 Min.

Außenminister Guido Westerwelle hat sich im "Spiegel" erneut über seine Homosexualität geäußert.

Von Carsten Weidemann

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erwartet bei Besuchen im Ausland aufgrund seiner Homosexualität keine Probleme. Es sei schließlich schon seit Jahren Parteivorsitzender und habe bei offiziellen Reisen nie "eine Schwierigkeit oder eine Peinlichkeit" erlebt, sagte er dem "Spiegel". Das erwarte er nun auch als Außenminister nicht.

Auf die Frage, ob er auch in islamischen Ländern keine Probleme erwarte, antwortete er ausweichend: "Es gibt Länder, in denen Frauen systematisch unterdrückt werden. Es gibt Länder, in denen Frauen in einer Weise behandelt werden, die wir als empörend empfinden. Trotzdem haben sich die Deutschen das Recht genommen, eine Frau zur Regierungschefin zu wählen."

Zudem sei es ein moralisches Scheitern, "wenn wir unsere Liberalität einschränken würden, weil andere sie nicht teilen", so Westerwelle. "Ich empfinde es als Ausdruck einer großen gesellschaftlichen und inneren Liberalität, dass es in Deutschland bisher so gut wie keine Rolle gespielt hat, dass ich als Mann mit einem Mann zusammenlebe."

Auf die Frage, ob er an der zunehmenden Akzeptanz von Schwulen und Lesben in Deutschland einen Anteil habe, antwortete der 47-Jährige: "Ich habe vielleicht dazu beigetragen, aber das ist kein Verdienst. Ich lebe mein Leben mit meinem Lebenspartner. Wir verstecken uns nicht, wir stellen unsere Beziehung aber auch nicht ins Schaufenster." Er wisse aus vielen Zuschriften, dass "diese gelassene Selbstverständlichkeit auch eine Ermutigung für ganz viele jüngere Menschen ist, die sich selbst suchen, noch nicht gefunden haben, noch Ängste haben."

Umgang mit dem Iran

Auf die Frage, ob nicht gerade ein schwuler Außenminister auch die schwierige Lage von Homosexuellen in einigen direkt Ländern ansprechen sollte, kam das Magazin nicht. Dabei hätte es Anlass gegeben: erst letzte Woche hatten mehrere Organisationen, von der Kritischen Islamkonferenz bis zu Volker Beck von den Grünen, den Außenminister aufgefordert, gegen drohende Hinrichtungen im Iran zu protestieren. Derzeit droht auch drei schwulen Jugendlichen die Todesstrafe (queer.de berichtete).

Allerdings hatte Westerwelle im letzten Jahr allgemein ein Handeln gegen die Unterdrückung von Schwulen und Lesben angeregt. Die große Mehrheit der Bevölkerung habe kein Problem mit seinem Privatleben, sagte er dem "Stern", woraus er eine außenpolitische These entwickelte: "Es würde unserer Außenpolitik übrigens gut anstehen, wenn sie diesen Geist der deutschen Toleranz in andere Länder tragen würde." Explizit sprach sich Westerwelle dafür aus, Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen, die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelten oder in denen "Männer und Frauen hingerichtet werden, nur weil sie homosexuell sind" (queer.de berichtete).

-w-

#1 Good ol friendAnonym
  • 16.11.2009, 12:35h
  • Leser-Kommentar zum heutigen

    Welt-Artikel "Neue Studie: Vorurteile gegen Fremde in Europa weit verbreitet":

    "Die Studie ist für Multikulti- und Gender-Ideologen natürlich höchst "alarmierend". In Wirklichkeit ist sie aber erfreulich. Denn sie zeigt, daß das gesunde Empfinden der Befragten noch funktioniert trotz Jahre langer antitraditioneller, multikultureller und homophiler Indoktrination. Daß sich viele über den zu hohen Fremdenanteil beschweren, ist nicht Ausdruck von Vorurteilen, sondern berechtigte Kritik an der Überfremdung der europäischen Nationen." (Gleiches gilt demnach auch für den Homo-Anteil)

    Bewertet bisher von 112 Personen, 87% Zustimmung.

    Der Artikel zur Studie bewertet von 51 Personen, 25% halten ihn für "lesenswert".

    www.welt.de/wissenschaft/article5204486/Vorurteile-gegen-Fre
    mde-in-Europa-weit-verbreitet.html#vote_4542304


    Und der zitierte Neonazi ist nur einer von vielen, die sich da mal wieder so richtig austoben. Vielleicht sind solche Studien ja nicht ganz so "unsinnig", wie sich mancher hier einbildet, sondern verdeutlichen vielmehr, was die Stunde geschlagen hat und wie wenig wir in Wahrheit von dem entfernt sind, was angeblich "nie wieder" passieren darf.

    Fakt ist: Wir brauchen dringend mehr Studien dieser Art und vor allem politische und gesellschaftliche Konsequenzen im Kampf gegen menschenfeindliche Gesinnungen welcher Art auch immer!
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#2 JoonasAnonym
  • 16.11.2009, 12:36h
  • Natürlich, er wird sich ja auch so verbiegen, dass es keine Probleme gibt.

    Was hat er nicht vor der Wahl getönt:
    "Als Außenminister werde ich bei Staaten, die Homorechte missachten, klare Worte finden und notfalls auch sanktionieren!"

    Und was macht er jetzt: sein erster Amtsbesuch führte ihn nicht nach Frankreich (wie bei allen Vorgängern), sondern nach Polen um dort den Homohassern in den Arsch zu kriechen, sie mit der Ehre des ersten Amtsbesuchs zu beglücken und ihnen zu versichern, dass unter deren Homohass nicht die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland leiden werden.

    Dieser Mann ist so verlogen, dass ich mich frage, wie so viele auf den reinfallen können...
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#3 Good ol friendAnonym
  • 16.11.2009, 12:45h
  • Antwort auf #2 von Joonas
  • Ja, er ist verlogen!

    Aber damit passt er bestens ja zu unseren ach so liberalen (!) Medien:

    "Wenn man mit Carolin Emcke darüber spricht, sagt sie: "Warum merkt eigentlich keiner, wie homophob und provinziell die deutschen Medien zum Beispiel auf die Außenministerwerdung Guido Westerwelles reagieren?"

    Homophob und provinziell?

    "Verkrampft und verklemmt, aber verkleidet als Toleranz. Das ist doch sensationell interessant, wie ein schwuler Außenminister das machen wird in Saudi-Arabien, Iran oder in anderen Staaten, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Aber es traut sich keiner so richtig zu fragen. Dabei wäre das Thema ja nicht die Homosexualität eines deutschen Ministers, sondern die Homophobie der Länder, die er besucht."

    aus:
    jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/490743
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