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- 18. November 2009 2 Min.
Ausgerechnet im Auftrag der katholischen Bischofskonferenz finden Forscher heraus, dass die sexuelle Orientierung von Priestern nichts über die Wahrscheinlichkeit aussagt, dass diese sich an Kindern vergehen.
Von Norbert Blech
Was der gesunde Menschenverstand schon wusste, belegt nun eine 2-Millionen-Dollar-Studie der katholischen Kirche: die sexuelle Orientierung von Priestern steht in keinem Zusammenhang mit deren Risiko, Kinder zu schänden.
Das ist ein Vorab-Ergebnis einer umfassenden Studie des John Jay College of Criminal Justice im Auftrag der amerikanischen Bischofskonferenz der katholischen Kirche. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, wird die umfassende Aufarbeitung von Missbrauchsfällen aus mehreren Jahrzehnten erst Ende nächsten Jahres fertig gestellt.
Die Idee der sexuellen Identität müsse von dem Problem des Kindesmissbrauchs unterschieden werden, sagte die Wissenschaftlerin Margaret Smith in einer Rede vor der Konferenz. Ihren Daten zufolge führe die Homosexualität eines Priesters nicht zu einer erhöhten Gefahr, dass dieser sich an Kindern vergehe.
Schwulenverbot in der Priesterschaft
Auf die Frage des Bischofs Edward Braxton, ob eine Verbannung von schwulen Priestern aus dem Priesteramt, wie sie der Vatikan angesichts von zahlreichen Missbrauchsfällen ins Gespräch gebracht hatte und seitdem an vielen Orten praktiziert wurde, sinnvoll sei, antwortete Smith: "Wenn diese Exklusion auf den Fakt basieren würde, dass diese Person eher Kinder missbraucht als ein anderer Kandidat, so finden wir dafür zu diesem Zeitpunkt keine Anhaltspunkte."
Die Wissenschaftlerin ist aber offenbar auf taube Ohren gestoßen – eine Zusammenfassung ihrer Ergebnisse auf der Webseite der katholischen Bischofskonferenz in den USA erwähnt dieses eine Ergebnis nicht. Am gleichen Tag gaben die Bischöfe bekannt, dass sie an der Meinung festhalten, dass die Ehe nur einer Verbindung aus Mann und Frau offen stehe.














